Miss Gladys und ihr Astronaut - David M. Barnett

...wenn es denn mal etwas anderes als ein Liebesroman sein soll;)

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Miss Gladys und ihr Astronaut - David M. Barnett

Beitragvon Skiddo » 17.06.2018, 11:31

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"Miss Gladys und ihr Astronaut"

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"Die Geschichte einer unglaublichen Freundschaft!

Die gute Miss Gladys kann sich nicht mehr alles merken, aber dieser Telefonanruf ist unvergesslich: Der Astronaut Thomas Major ist am Apparat, gerade auf dem Weg zum Mars. Er hat sich natürlich verwählt und will am liebsten gleich wieder auflegen. Aber Miss Gladys und ihre Enkel brauchen seine Hilfe. Zögerlich und leise fluchend wird der Mann im All zum Helfer in der Not. Tausende von Kilometern entfernt, führt er die drei auf seine ganz eigene Art durch schwere Zeiten, denn Familie Ormerod droht ihr Zuhause zu verlieren. Miss Gladys und ihr Astronaut brauchen einen galaktisch guten Plan ..."

Quelle: Amazon und Buchrückseite


Eigene Meinung:
Das Buch erzählt in 2 parallelen Strängen von Thomas Major und der Familie Ormerod, die sich allerdings schnell treffen.
Thomas Major ist kein besonders sympathischer Charakter, der sich gut in die Riege der neuen Antihelden mit Autismus oder anderen sozialen Auffälligkeiten einreiht. Wobei er eben nicht autistisch ist, sondern eher eine Art Grinch ohne Fell. Selbstverständlich lernt man "Major Tom" im Laufe der Geschichte besser kennen und er schleicht sich dann doch ins Herz. Zumindest in meines, denn er ist wirklich ein tragischer Held.
Mit einem One-Way-Ticket ist er im Auftrag der British Space Agency auf dem Weg zum Mars, um dort Vorbereitungen zu treffen, damit der Mars langsam von Forschern besiedelt werden kann. Eigentlich will Tom nur Ruhe und Einsamkeit, der Rest am Astronauten-Sein und seiner Mission interessiert ihn überhaupt nicht. Aber durch einen Zufall kam er eben doch zu der Mission und wurde Astronaut. Die PR-Arbeit verbockt er und auch die Kollegen am Boden sind seiner ewig währenden schlechten Laune ausgesetzt, was besonders seinen Vorgesetzten zur Weißglut bringt. Die Kommunikation mit Major Tom ist ausgesprochen unlustig für den Direktor. Als die Videoübertragung ausfällt, muss Tom auf ein altes Lithium-Telefon zurückgreifen. Bei der Gelegenheit fällt ihm seine Exfrau ein und er beschließt kurzerhand, sie aus dem Weltraum aus anzurufen. Die erreicht er nicht, dafür hat er Gladys Ormerod am Telefon.

Die Familie Ormerod besteht aktuell aus Gladys und ihren beiden Enkeln James, 10 Jahre alt, und der 15j. Ellie.
Die beiden Kinder sind Halbwaise und leben mit ihrer Großmutter zusammen, weil ihr Vater wegen einer Dummheit im Gefängnis sitzt. Leider zeigt Gladys immer deutlicher Anzeichen von Demenz und Ellie versucht die Zeit, bis ihr Vater entlassen wird, zu überbrücken, um die Familie zusammen zu halten. Das bedeutet, dass sie neben der Versorgung der Familie noch 3 Jobs hat, die sie zusätzlich zur Schule noch erledigen muss. Teils funktioniert dies nur, indem sie in der Schule krank macht, was sich natürlich auch in ihrer Schulischen Leistung wiederspiegelt. Sie hat sich da ein ausgeklügeltes System ausgedacht, das aber ganz schnell ins Wanken geraten kann.
James geht in eine bessere Schule als seine Schwester, weil erkannt wurde, wie intelligent er ist. Aber dort ist er ein Aussenseiter, der durch seinen Status beliebtes Opfer der Mobber ist. Denen ist nämlich klar, dass die Mutter tot, der Vater im Gefängnis und die Oma "plemmplemm" ist und er niemanden hat, an den er sich wenden kann.

Das hört sich alles wahnsinnig traurig an und ist es im Grunde auch, aber die Geschichte liest sich gut, flüssig und bietet auch viel Witz. Es gibt viele Nebencharaktere, die einmalig sind, aberwitzige Situationen, wie die Oma Gladys als Taxidriver und einen hitzigen Wissenschaftswettbewerb.


Fazit:

Die Geschichte enthält viele Rückblenden. Wer das nicht mag, ist hier gut beraten, das Buch nicht zu lesen. Allerdings würde der Roman linear erzählt nicht funktionieren.

Viele sehr sympatische Nebencharaktere, die einzigartigen Hauptprotagonisten mit ihren Ecken und Kanten und eine Geschichte, die so bestimmt noch nie erzählt wurde, haben mir unvergessliche Lesestunden beschert. Ich habe gelacht, ich habe geweint und ich habe mitgelitten. Das war ein wahrer Lesegenuss, den ich unbedingt weiterempfehlen möchte.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten
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Re: Miss Gladys und ihr Astronaut - David M. Barnett

Beitragvon sabinett » 17.06.2018, 12:19

klingt wirklich gut und ist mal was anderes :grübel :augen
»Drei Dinge können nicht lange verborgen bleiben: Die Sonne, der Mond und die Wahrheit«
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