Josh Lanyon - Tödliche Schatten

...wenn es denn mal etwas anderes als ein Liebesroman sein soll;)

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Josh Lanyon - Tödliche Schatten

Beitragvon mallory » 07.10.2020, 17:03

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Adrien English 1. Tödliche Schatten

Inhalt: Adrien English ist Anfang dreißig, Krimiautor und Besitzer eines kleinen Buchladens in L.A. Eines Morgens steht die Polizei vor der Tür: Adriens Angestellter und ehemaliger Schulfreund wurde brutal emordet. Und da die beiden noch am Vorabend einen heftigen Streit hatten, steht Adrien im Fadenkreuz der Ermittlungen. Als dann auch noch sein Laden verwüstet wird und er unheimliche Anrufe erhält, wird Adrien klar, dass er schon bald das nächste Opfer sein könnte … Quelle: Autor

Meine Meinung: Ich hatte so meine Probleme mit dem Roman. Der Protagonist Adrien, die einzige sympathische Person in der ganzen Geschichte, taumelt durch ein düsteres Setting mit lauter unsympathischen, seltsamen Typen, denen ich allesamt einen Mord zutrauen würde. Der ermittelnde Polizist scheint ein homophobes A...loch zu sein, obwohl ich inzwischen weiß dass auch er ungeahnte Geheimnisse verbirgt. Bis zum Ende wurde er mir nicht sympathisch und ich konnte ihm seine Sorge um Adrien schlicht nicht abnehmen.
Dazu kommt dass das Buch zwar im Original 2012 erschienen ist, aber so wie mit Homosexualität umgegangen wird, wie ständig darüber geflüstert wird dass Schwule doch AIDS kriegen und der Hass, der diesen „kranken, perversen Schwuchteln“ von sehr vielen der Personen im Buch entgegen gebracht wird, erwecken den Eindruck dass Homosexualität etwas Schmutziges, etwas immer noch Verbotenes ist, so dass es sich für mich anfühlte als würde die Geschichte in den frühen 1980ern spielen. Diese düstere, zum Teil wirklich hasserfüllte Atmosphäre empfand ich als sehr beklemmend.
Der Kriminalfall selbst erfährt eine unerwartete Lösung, das Motiv ist glaubwürdig und auch wie der Mörder zu dem wurde der er ist. Da kann ich also nichts bemängeln, als Krimi hat der Roman wirklich gut funktioniert. Das Buch unter „Liebesromane für Schwule“ einzuordnen finde ich allerdings sehr gewagt, denn obwohl es einige Sexszenen gibt haben die mit Liebe nichts zu tun.
Ich habe tatsächlich Band 2 vor Band 1 gelesen weil ich das schon zur Hand hatte und fand den zweiten Roman besser, da Adrien ob seiner Homosexualität zwar immer noch angefeindet wird, aber die Stimmung des Buches ist allgemein nicht mehr so finster.

Meine Wertung:

3,5 von 5 :lesen

:stern
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
Else Pannek (1932-2010)
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