Julia London- In den wilden Wogen des Verlangens

Der Hintergrund der Geschichte spielt in den schottischen Highlands oder in Irland und ist historisch

Moderatoren: mallory, Mondfrau, gini

Julia London- In den wilden Wogen des Verlangens

Beitragvon Lesefratz » 18.11.2019, 14:09

Werbung

In den wilden Wogen des Verlangens

Julia London- In den wilden Wogen des Verlangens
Originaltitel: Devil In Tartan
Verlag: CORA/Historical Gold Band 345/ 400 S.
Erscheinungsdatum: 10/19
Genre: Historical Romance


Klappentext: Quelle: CORA Verlag

Hellblondes Haar wie eine Nixe, das Korsett gewagt geschnürt, die meerblauen Augen voller Entsetzen: Natürlich rettet Captain Aulay Mackenzie die betörende Lottie Livingstone und ihre Leute, bevor das kleine Boot in den Fluten des Atlantiks versinkt! Obwohl der schottische Seefahrer immer glaubte, vor der Liebe gefeit zu sein, beweist Lottie ihm in seiner Koje sinnlich das Gegenteil. Allerdings darf Aulay bei aller Leidenschaft nicht vergessen, dass seine Geliebte ein gefährliches Geheimnis mit an Bord gebracht hat - schwarz gebrannten Whisky, den sie in Dänemark verkaufen möchte. Käme das heraus, wären sie alle dem Untergang geweiht …

Meine Zusammenfassung:

Der Clan der Livingstons hat es nicht einfach. Denn er lebt zum einen, auf einer einsamen Insel, die hauptsächlich als Weidegrund taugt und ist zum anderen mit einem Clanchief bestraft, der zwar das Herz am rechten Fleck trägt, doch kein gutes Händchen hat für Geldangelegenheiten. Dessen Tochter Lettie, die sich nach dem frühen Tod der Mutter also um ihren nicht gerade intelligenten Vater und ihre Brüder kümmern musste, von dem einer eine geistige Behinderung aufweist, begreift, dass es nun allein an ihr liegt, den Clan vor Armut und Elend zu beschützen.

Zwar ist es ihnen von den Campbells streng untersagt, selber Whiskey zu brauen und zu verkaufen, doch haben sie nicht wirklich eine Wahl.
Ein Verkauf der Fässer ist jedoch nicht in Schottland möglich. Aus Furcht davor, an die Campbells verraten zu werden, beschließen sie mit ihrem Schiff gen Dänemark zu segeln, denn dort lebt Lotties ehemaliger Geliebter Anders, der den Whiskey ankaufen soll.
Unterwegs werden sie jedoch verfolgt und mit Kanonen beschossen. Lotties Schiff sinkt und damit die Hoffnung auf die letzte Chance, ihren Clan doch noch vor der Armut beschützen zu können.

Doch ein anderes Schiff taucht in letzter Sekunde auf und rettet Lottie und ihre Besatzung. Zum Dank für Captain Aulay Mackenzies Hilfe, wird er schließlich mit einer List überrumpelt und gefangen genommen. Lottie und ihre Männer kapern sein Schiff kurzerhand und sperren seine Männer in den Schiffsrumpf. Lottie plant nun, Aulays Schiff nach Dänemark steuern zu lassen. Nachdem sie ihren Whiskey verkauft hat, will sie ihm sein Schiff jedoch zurückgeben, sieht ihre Aktion lediglich als „Ausleihe“. Aulay hat jedoch nur ein Ziel. Er will Lottie und die übrigen Livingstons verurteilt sehen, denn schließlich steht auf Piraterie die Todesstrafe!
Dennoch, ihre Schönheit, ihre Loyalität und ihr Mut lassen ihn alles andere als kalt. Er begreift, dass sie sich für ihren Vater, der sich ebenfalls, schwer verletzt, an Bord befindet und ihren Clan opfern will. Als sie in Dänemark an Land gehen, steht er Lottie bei ihren Verkaufsverhandlungen bei, doch dort geraten sie in Lebensgefahr…

Meine Einschätzung:

Die „Highland Groom“ Reihe von Julia London, geht mit „In den wilden Wogen des Verlangens“, bereits in die vierte Runde. Diesmal ist es Aulay, der seine „bessere Hälfte“ trifft und lieben lernt. Doch ist „bessere Hälfte“, leicht dahingesagt, denn mit Lottie schießt Julia London leider mal wieder den Vogel ab, was ihre Schwäche für TSTL (too stupid to Live) Heldinnen angeht. Zwar mag man es Lottie, der Romanheldin hoch anrechnen, dass sie ihren Clan retten will, doch die Art und Weise wie sie es geschehen lassen will, ist dermaßen hanebüchen, dass man sich beim Lesen nur verwundert die Augen reiben kann. Ja, ich mag Historical Romances, die in großen Teilen auf Hoher See spielen und ja, ich mag es, wenn Romanheldinnen ihren Romanhelden an der Nase herumführen können. Bis zu einem gewissen Grat natürlich. Doch was Lottie hier „abzieht“, ist leider völlig unsinnig und unglaubwürdig. Ein Schiff einfach mal so mir nichts dir nichts „ausleihen“ zu wollen- ohne ernste Konsequenzen zu bedenken… mein Bedarf an künstlerischer (Autoren)Freiheit war schnell gedeckt. Denn bei allem Sinn für Humor und gewisser Nachsicht- schließlich hat man es hier mit einer Romance zu tun und sollte nicht alles bierernst nehmen- mir war das Plotkonstrukt zu dünn und viel zu strange geraten.

Die Heldin ist, genau wie ihr Vater, eine wandelnde Katastrophe auf vier Beinen, ein regelrechter „Seuchenvogel“, die dem Romanhelden, dem armen Aulay, alles abverlangt. Wieso er die Heldin nicht einfach erwürgt, sondern sich stattdessen in sie verliebt, kann man nicht nachvollziehen. Denn sie nimmt ihm am Ende eigentlich alles, was er liebt. Zwar entschuldigt sie sich wortreich und ihre Zerknirschung mag echt sein, doch hat sie Nachsicht von Seiten des Helden so gar nicht verdient.

Warum nur habe ich für diesen Roman dennoch vier ganze Punkte vergeben?

Weil ich versuche, neutral zu bleiben. ;-) Zudem weiß ich, dass es auch viele Leser gibt, die TSTL Heldinnen mögen, wie etwa die naiven „Mädels“ in Julie Garwoods Historical Romances. Denn, und das ist der entscheidende Punkt, hat man, im Gegensatz zu mir, kein Problem mit einer naiven Heldin, wird man sich womöglich gut unterhalten fühlen vom vierten Band der „Highland Groom“ Reihe. Die Liebesgeschichte hat nämlich durchaus Romantik und Tiefe zu bieten. Das Heldenpaar tauscht intensive, ernsthafte Dialoge miteinander aus, Julia Londons Schreibstil ist beschwingt zu nennen und die zahlreichen schrulligen Charaktere an Bord, sorgen dafür, dass es dem Leser nie langweilig wird. Zugegeben. Da gab es dann natürlich noch die Auflösung gegen Ende… die einfach nur haarsträubend unglaubwürdig anmutet, doch auch diesbezüglich habe ich beschlossen, Nachsicht zu zeigen und ruhig zu bleiben und stattdessen das „große Ganze“ zu sehen. ;-)
Nun hoffe ich jedoch, dass Julia London meine Lesernerven beim nächsten Mal nicht mehr so strapazieren wird und sich die Heldin in „Tempting the Laird“, Catriona Mackenzie, als cleverer herausstellen wird.

Kurz gefasst: Leichte, romantische, beschwingte Historical Romance mit einem Haken- Lottie ist eine TSTL Heldin wie sie im Buche steht.

Meine Bewertung: :) :) :) :) von 5 Punkten

Serieninfo:

Highland Grooms Reihe:

1. Teil: Wie verführt man einen Highlander?
2. Teil: Ein Highlander und Gentleman
3. Teil: Der Highlander und die widerspenstige Zofe
4. Teil: In den wilden Wogen des Verlangens
5. Teil: Tempting The Laird (noch nicht übersetzt)
6. Teil: Seduced By A Scot (noch nicht übersetzt)

:stern
Lesefratz
wohnt hier
 
Beiträge: 969
Registriert: 30.03.2006, 14:03

Re: Julia London- In den wilden Wogen des Verlangens

Beitragvon Marina G. » 18.11.2019, 20:45

Ich hab leider keine Geduld mit TSTL Heldinnen mehr...
Benutzeravatar
Marina G.
Herrin der Schlossküche/Köchin
 
Beiträge: 5431
Registriert: 01.04.2009, 19:21
Wohnort: Österreich

Re: Julia London- In den wilden Wogen des Verlangens

Beitragvon steffie2006 » 19.11.2019, 18:15

Jetzt musste ich tatsächlich googlen was TSTL Heldin ist. Ok, das Buch ist nichts für mich :lol:
Liebe Grüße
Steffi
Benutzeravatar
steffie2006
gehört zum Inventar
 
Beiträge: 1430
Registriert: 07.02.2013, 22:15
Wohnort: Schwarzwald

Re: Julia London- In den wilden Wogen des Verlangens

Beitragvon Marina G. » 20.11.2019, 18:02

To stupit to life
Benutzeravatar
Marina G.
Herrin der Schlossküche/Köchin
 
Beiträge: 5431
Registriert: 01.04.2009, 19:21
Wohnort: Österreich


Zurück zu Highlander

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast