Kate Saunders- Liebe macht lustig

Liebesromane mit Witz, Sarkasmus und starken Frauen

Moderatoren: mallory, Mondfrau, gini

Kate Saunders- Liebe macht lustig

Beitragvon Lesefratz » 05.05.2009, 10:06

Kate Saunders- Liebe macht lustig
Originaltitel: Crooked Castle
Verlag: Krüger
ISBN: 978-3810519351
Erscheinungsdatum: April 2009
Genre: Contemporary

Bild
Liebe macht lustig
Kate Saunders
Krüger, Frankfurt 2009-04-01 Broschiert 384 Seiten


Meine Bewertung: :D :D :D :D :D von 5 Punkten

Klappentext: (quelle/krüger verlag)

Nicht lustig, findet Beth. Ihr Mann Charlie hat eine Woche Urlaub in Frankreich geplant allerdings mit seiner attraktiven Kollegin Clare. Beth sorgt dafür, dass Charlie umbucht. Und Clare fällt aus allen Wolken, als Charlie im sonnigen Südfrankreich mit Frau und zwei schlechtgelaunten Teenager-Töchtern auftaucht. Das Hotel ist ein halbverfallenes Chateau mit undichtem Dach, betrunkener Köchin und wackligen Betten. Und die anderen Gäste stammen direkt aus einer schrägen Casting-Show: ein vielleicht schwules Pärchen, dösig-aristokratische Brüder aus Schottland und ein mysteriös attraktiver Internatsdirektor. Zwischen Traumurlaub und Alptraumlocation verstricken sich Charlie, Beth und Clare in einen köstlichen Sommernachtsverwechslungstraum, in dem schließlich doch die Liebe erwacht.

Meine Zusammenfassung:

Nachdem ihr Mann Charlie vor einigen Jahren schon einmal eine Midlife-Crisis hatte, die damals in einem Seitensprung seinerseits gipfelte, bemerkt Beth die Vorzeichen nun genau, als sie zufällig erfährt, dass eine Arbeitskollegin von Charlie im selben, romantisch wirkenden Schloss in Frankreich Urlaub machen möchte, wie ihr Mann.
Natürlich streitet ihr Gatte alles ab, doch Beth lässt nicht eher locker, bis Charlie sich dazu einverstanden erklärt, sie und ihre beiden Töchter mit in den Kurzurlaub zu nehmen.

Schon am Flughafen ahnt Clare, die Arbeitskollegin und natürlich auch Geliebte von Charlie, wie skurril dieser Urlaub für sie werden wird, als ihr Geliebter ihr nahe legt, so zu tun, als ob sie beide wirklich nicht mehr als nur Arbeitskollegen seien.
Verärgert besorgt sie sich genügend Lesestoff und ist mehr als überrascht, als sich am Ziel ihrer Reise herausstellt, dass ein Mitglied der Gastgeberfamilie am Zielort und ein Bewunderer ihrerseits, nämlich Alick MacDuff, Autor eines ihrer gekauften Bücher ist.

Was der Gastgeber des exklusiven Chateaus in Frankreich, Jamie MacDuff, seinen illustren Gästen jedoch verschwiegen hat, ist die Tatsache, dass sich das Chateau in einem erbärmlichen Zustand befindet, da er und seine alkoholkranke Frau keine Rechnungen mehr bezahlen konnten.
Statt einen luxuriösen Urlaub verleben zu können, sehen sich die Urlauber einem absoluten Chaos gegenüber, das darin gipfelt, dass sie gezwungen sind, selbst mit Hand anzulegen wenn sie nicht verhungern wollen, denn Jamies Frau ist noch nicht einmal in der Lage ein anständiges Menü aus dem Ärmel zu zaubern und so kauen sie missmutig auf Tiefkühlpizza herum, während sich langsam aber sicher auch ein Chaos der Gefühle anbahnt.

Während Charlie Beth gesteht, dass er eine Affäre mit Clare hat, lernt Clare einen interessanten katholischen Priester kennen, der alles andere als ein keusches Gedankengut pflegt. Beth dagegen freundet sich mit Angus MacDuff, dem Bruder des Gastgebers an und beide stellen fest, dass sie in einer lieblosen Ehe gefangen sind. Werden Charlie und Beth am Ende dieses Urlaubs ihre Ehe als gescheitert ansehen, oder gibt es für sie noch Hoffnung auf Versöhnung?

Meine Einschätzung:

Mit „Liebe macht lustig“ hat Kate Saunders meiner Meinung nach ihren bisher besten Roman abgeliefert. Sie vereint eine unterhaltsamen Geschichte über die Irrungen und Wirrungen der Liebe, interessanten, teils auch etwas schrägen Charakteren mit dem typischen, trockenen Humor, der (fast) nur den Briten zu eigen ist und erschafft mit diesen Zutaten einen Roman mit Tiefgang und einer guten Portion Realismus gewürzt.

Trotz Kate Saunders beschwingtem Schreibstil, lässt sie auch durchaus ernsthaftere Unterströmungen in ihrem Buch zu- etwa als Beth und Angus sich das erste Mal über ihre jeweils lieblos gewordenen Ehen austauschen, oder auch als man als Leser erfährt, wieso Clare im Laufe der Zeit eine Neigung zu verheirateten Männern entwickelt hat.

Die Romanfiguren wirken durch ihre diversen „Macken“ einfach echt und normal; praktisch wie „Du & Ich“, und man kann sich darum sehr schnell mit ihnen identifizieren und auch für den ein oder anderen Verständnis für sein Verhalten aufbringen.
Die Dialoge zwischen den Protagonisten sind intelligent in Szene gesetzt und verschaffen dem Leser schnell das Gefühl, er wäre ebenfalls ein stiller Beobachter und Besucher dieses „Chaos-Hotels“. Tragik und Freude liegen, wie wir alle wissen, sehr nahe beisammen.

Es gibt leider im Bereich der Belletristik nicht allzu viele Autoren, denen es so gut gelingt, eine so ausgewogene Balance dazwischen zu finden und dazu auch noch einen unterhaltsamen und humorvollen Hintergrund zu erschaffen- Kate Saunders ist es mit ihrem Roman „ Liebe macht lustig“, definitiv gelungen.

Positiv fand ich besonders die Auflösung, also das Ende des Romans. In diesem Roman ist nicht alles so vorhersehbar wie es scheint und darum wirkt die (End)Konstellation der Pärchen auch um so ehrlicher.
Wer an Romanen von Autoren wie zum Beispiel Marian Keyes Interesse hat, wird auch von Kate Saunders Büchern begeistert sein.

:stern
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Re: Kate Saunders- Liebe macht lustig

Beitragvon Drixi » 05.05.2009, 10:36

Also grundsätzlich klingt die Idee des Buches toll, aber diese Zeile:

Lesefratz hat geschrieben: lernt Clare einen interessanten katholischen Priester kennen, der alles andere als ein keusches Gedankengut pflegt.


schreckt mich dann doch ein wenig ab, das klingt aber extrem blöd :???:
Werde es wohl trotzdem beizeiten lesen *auf WZ schreib*
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Beitragvon Lesefratz » 05.05.2009, 10:51

@ Drixi:

Da brauchst Du keine Sorge haben, gerade der Priester ist einer der interessantesten Charaktere und sehr wichtig für die Story. Ich kann leider nicht viel mehr verraten ohne zu spoilern. Ich muß mich eh immer ziemlich zusammenreißen, damit ich nicht zuviel verrate. :oops: :lol:
Aber der Priester ist einfach witzig auf seine Art. Ich hatte bei ihm immer so eine Art Rupert Everett in "Die Hochzeit meines besten Freundes" vor Augen.

Liebe Grüße
Nicole
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Beitragvon blaueblume1 » 31.07.2009, 14:12

Ich hab das Buch jetzt auch gelesen und bin hellauf begeistert - herrlich intelligent und realistisch geschrieben!
Der Roman läuft auch quasi wie ein Film vorm inneren Auge ab, wie eine schwarze Komödie.

@drixi
Das mit dem Priester hört sich eigenartig an - ist aber genial gemacht und umgesetzt, wird super in die Geschichte eingebaut :lol:
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