Mary Balogh - Someone to Wed

Liebesromane, die in der Vergangenheit spielen und in keine andere Kategorie passen

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Mary Balogh - Someone to Wed

Beitragvon Betty » 08.11.2017, 12:41

Alexander Westcott, der Earl of Riverdale folgt einer Einladung der Geschäftsfrau Wren Heyden nach Withington House. Nach einem Jahr der Trauer für Onkel und Tante, die sie aufgezogen haben, möchte sie sich mit den Nachbarn bekannt machen. Der erste Kontakt zeigt ihr jedoch schon, dass er zu jung und gutaussehend für ihre Pläne erscheint. Sie ist fast dreißig und sucht einen Mann zur Gründung einer Familie. Sie will heiraten, aber nicht um jeden Preis. Der Zukünftige muss schon gewissen Mindestansprüchen genügen.

Alexander lebt auf Brambledean Court. Er besitzt Titel und Anwesen erst seit einem Jahr und war noch nicht oft dort. Das Anwesen benötigt dringend eine Finanzspritze. Wren spricht das Thema direkt recht dreist an und bietet ihm eine Lösung. Sie ist eine sehr reiche Erbin und Betreiberin der Glasmanufaktur ihres verstorbenen Onkels. Das Angebot stößt ihn zunächst zurück, er ist entrüstet und fühlt sich unwohl in der Situation. Ihm fällt auf, dass er noch nicht ihr Gesicht zu sehen bekommen hat. Sie hat schöne gepflegte Hände und einen grazilen Hals, aber ihr Kopf ist unter einem Schleier verborgen. Als sie ihr Antlitz lüftet, stellt sich heraus, dass sie ein wunderschönes Profil hat, ihre linke Gesichtshälfte aber ein pinkes Geburtsmal aufweist.

Alexander vermutet sofort, dass sie das sicher nicht nur äußerlich, sondern auch charakterlich sehr geprägt hat. Sie ist immerzu auf der Hut und strahlt oberflächlich Kälte, Einsamkeit und Isolation aus. Der Earl gibt ihr zunächst keine Antwort, sondern rügt sie für ihre selbstauferlegte Isolation und fordert sie heraus, sich mit anderen Nachbarn auf eine Einladung zum Tee bei ihm zu treffen.

Nach dieser ersten Bewährung werden sie sich einig, dass eine Hochzeit ohne Zuneigung füreinander nicht in Frage kommt. Auch seine Mutter und Schwestern möchten nicht, dass er nur wegen des Geldes heiratet, sie wünschen ihm eine glückliche Ehe.

Wren und Alexander sind recht unterschiedliche Menschen. Zunächst verbindet sie wenig. Man kann als Leser gespannt sein, wie die Autorin hier eine Romanze wachsen lassen wird. Aber für solche Konstellationen ist Mary Balogh durchaus bekannt.

Auch wenn sie zunächst das ganze Unterfangen irgendwann wieder abblasen, können sie sich dann aus unerfindlichen Gründen doch nicht aus ihren Gedanken vertreiben. Unverhofft treffen sie in London aufeinander.

Es folgen manche sehr offene und erwachsene Gespräche zwischen den beiden. Schlussendlich macht er ihr dann doch einen sehr sachlichen Heiratsantrag aus Respekt und Sympathie. Sie hoffen auf eine gute Ehe, denn sie kann seine Ehre und sein Verantwortungsbewusstsein erkennen und ist sich sicher, dass er ein guter Ehemann und sicher auch Vater für ihre Kinder sein würde. Alexander würde sie nie im Stich lassen oder ihre Ehre beschädigen. Wren dagegen ist für ihn eine außergewöhnliche, mutige und leicht exzentrische Frau. Sie müssen Liebe und Glück finden wollen und daran arbeiten.

Wie soll Wren, die so zurückgezogen gelebt hat mit seiner riesigen Familie klar kommen? Wie soll sie ihre Rolle als Mitglied des Adels wahrnehmen können? Doch dann findet sie unverhofft ihre eigentliche Familie wieder und lernt trotz oder gerade wegen der Verletzungen oder Dunkelheit der Kindertage ihren Weg zu gehen. Am Ende entdecken beide, dass sie längst auch die Liebe gefunden haben.

Leider konnten mir weder Wren noch Alexander so richtig ans Herz wachsen und die zugehörige Familie war mir schon etwas zu groß und quirlig. Zudem hat es mir an Spannung oder Konflikten gemangelt.

Fazit: Ein ruhiger ernster Liebesroman mit Schwerpunkt auf der Entwicklung der Charaktere

4 von 5 Punkten

:stern
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Re: Mary Balogh - Someone to Wed

Beitragvon Ellynyn » 10.11.2017, 07:58

Muss ich lesen. :)
Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
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