Colette Davenat- Clémentine - Erbin auf Schloss Rougeville

Liebesromane, die in der Vergangenheit spielen und in keine andere Kategorie passen

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Colette Davenat- Clémentine - Erbin auf Schloss Rougeville

Beitragvon Lesefratz » 28.04.2009, 20:39

Colette Davenat- Clémentine - Erbin auf Schloss Rougeville
Originaltitel: La Rougeville- Clementine
Verlag: LangenMüller Herbig nymphenburger terra magica
ISBN: 978-3-7844-3180-2
Erscheinungsdatum: April 2009
Genre: historischer Liebesroman

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Clémentine: Erbin auf Schloss Rougeville
Colette Davenat
LangenMueller 2009-04-22 Gebundene Ausgabe 460 Seiten

Meine Bewertung: :D :D :D :D von 5 Punkten

Klappentext: (quelle:LangenMüller)

Bezaubernde Schwestern: Erster Band der Rougeville-Saga

Zu Beginn der französischen Revolution wird die Familie Rougeville von ihrem herrlichen Schloss und den Länderein vertrieben. Die schöne und tapfere Clémentine kämpft nach Napoleons Sturz um ihr Erbe und findet dabei die Liebe ihres Lebens.


Meine Zusammenfassung:

Clementine, eine französische Adlige lebt in England zusammen mit ihrer Familie und engen Freunden das Leben einer armen, arbeitenden Bürgerlichen, aus dem sie liebend gerne wieder ausbrechen würde.
Sie liebt den jungen Alexandre der auch ihr zugetan ist. Zum Verdruss ihrer Familie sieht es zunächst so aus, als ob sie nie wieder einen Fuß auf französischen Boden setzen können, denn nach der französischen Revolution sind Adlige verpönt und verachtet. Das Blatt wendet sich jedoch, als Napoleon besiegt wird und die Royalisten ihren König an Napoleons statt auf den Thron setzen.

Der Weg scheint nun auch für Clementine und ihre Familie wieder frei zu sein und sie erhoffen sich viel- endlich wieder ein Leben in Annehmlichkeiten führen zu können und auch die Rückgabe ihres einstigen Schlosses Rougeville.
Doch weit gefehlt, kaum in Frankreich angekommen müssen sie feststellen, dass dem König die Hände gebunden sind. Alles bleibt beim Alten und so bleiben auch Landbesitz und Häuser weiterhin im Besitz der bürgerlichen Käufer, die einst von der Flucht der Adligen profitierten.
Zwar wird ihnen Rougeville zum Verkauf angeboten, doch die Summe ist zu hoch für die Familie und zudem ist Clementines Vater zu stolz, Geld für seinen eigenen Besitz auszugeben und so hofft er weiterhin blind auf die Gnade des Königs.

Doch Clementine und ihr Großvater sind aus anderem Holz geschnitzt. Während der Großvater seiner Spielleidenschaft nachgeht und dann und wann kleine Gewinne, die der Familie zu Gute kommen, erspielen kann, ist Clementine bodenständiger. Sie macht die Bekanntschaft des Bankiers Charles Jerome, der ihr aus der Misere helfen will, denn zu einen bewundert er sie für ihre zupackende, offene und ungekünstelte Art und zum anderen verehrt er sie insgeheim, lässt sich das jedoch nicht anmerken und verbirgt seine tieferen Gefühle hinter einer Maske aus Ironie.

Als Clementines Vater jedoch erfährt wie seine Tochter den Besitz Rougeville zurückbekommen möchte, schlägt er es rundum aus. Clementine ist mehr als verzweifelt- plagen sie doch nicht nur Existenzängste sondern auch die Gewissheit, dass sie ihr Herz an Alexandre regelrecht verschwendet hat, denn dieser nimmt die günstige Gelegenheit wahr, der Armut zu entkommen in dem er eine andere, reiche Frau heiratet.

Als Gerüchte die Runde machen, dass Napoleon aus dem Exil zurückgekehrt ist, muss sich Clementine entscheiden, was sie will- mit ihrer Familie zurückgehen ins Exil oder alleine in Frankreich bleiben um dafür zu kämpfen, was ihr zusteht...

Meine Einschätzung:

Clementine ist der erste Teil der dreiteiligen Saga um eine adlige Familie die während der französischen Revolution ins Exil flüchten und ihre Besitztümer zurücklassen musste und nach Jahren der Entbehrung wieder in Frankreich Fuß fassen möchte.
Während Clementines Familie eher weltfremde, aber sehr stolze Ansichten hat, ist Clementine erfrischend zupackend und realistisch von der Autorin dargestellt worden.

Das Buch erzählt im Grunde die Geschichte, wie Clementine, bedingt durch diverse Schicksalsschläge langsam erwachsen wird und einen eigenen, freien und selbstbewussten Geist entwickelt.
Trotz ihrer Vorzüge hat sie auch negative Seiten, aber das lässt sie gleich menschlicher wirken, wenn man manchmal als Leser auch dazu neigen wird, bei mancher ihrer Handlungsweisen verständnislos den Kopf zu schütteln.
Doch alles was sie tut, tut sie zum Wohl ihrer Familie und das mit soviel Opferbereitschaft, dass man ihr ihre kleinen Launen gerne verzeihen mag.

Der politisch historische Hintergrund des Buches ist sehr detailliert von der Autorin in Szene gesetzt worden und sorgt für einige Spannungsmomente innerhalb des Romans.

Collette Davenats Ausdrucksweise ist sehr der Zeitepoche angepasst, in der der Roman spielt. Das verleiht dem Buch zwar mehr Authentizität, ist jedoch stellenweise auch sehr gewöhnungsbedürftig zu lesen und ich würde diesen Roman eher etwas älteren, erfahreneren Lesern empfehlen, die weniger eine prickelnde Liebesgeschichte, als mehr einen interessanten historischen Roman erwarten. Der Grund dafür ist eigentlich ganz einfach; die Liebesgeschichte des Heldenpaars zieht sich zwar wie ein roter Faden durch die komplette Story, jedoch sorgt sie meiner Meinung nach eher weniger für romantische Gefühle, denn der Held des Buches wirkte auf mich streckenweise sehr schulmeisterisch, trotz seines Charmes der immer wieder aufblitzte und die Heldin war einfach viel zu wankelmütig was ihre Gefühle anging und da die politischen Hintergründe sehr viel Raum in diesem Buch einnehmen, sollte man schon ein gesundes Interesse für die französische Geschichte haben, wenn man an diesem Buch seine Freunde haben möchte, da fast alle Romannebenfiguren in diesem Buch durch die Bank unsympathisch und arrogant beschrieben sind. Natürlich kann man den Standesdünkel der Aristokratie nachvollziehen, trotzdem wirken die immer gleichen haltlosen und übertriebenen Bemerkungen von Clementines Familie irgendwann ermüdend auf den Leser und man wünscht sich fast, dass alle bis auf die Heldin selbst zurück ins Exil geschickt werden. ;-) Doch dies sind nur kleine Kritikpunkte meinserseits.

Fazit: Ein historischer Roman, vergleichbar mit Kathleen Winsors Amber oder den Angelique Bänden bei dem nostalgische Gefühle hochkommen.

:stern
Lesefratz
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