Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Liebesromane, die in der Vergangenheit spielen und in keine andere Kategorie passen

Moderatoren: mallory, Mondfrau, gini

Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon Kendra » 19.05.2014, 11:35



Während eines Kreuzzugs hat ein englischer Ritter einem schottischen das Leben gerettet. Aus Dankbarkeit wurde die Ehe ihrer beiden Kinder vertraglich fest gelegt.
Gut zwanzig Jahre später, durch den Tod des Vaters vier Jahre später als geplant, will Ross MacKay seine Braut abholen.

Annabel lebt seit vierzehn Jahren, seit ihrem siebten Lebensjahr in einem Kloster, um auf ihr Leben als Nonne vorbereitet zu werden. Dass sie es noch nicht ist, liegt an ihrer ungestümen Art, sodass sie immer wieder durch Buße-Auflagen den Unmut der Äbtissin hervorruft.
Absolut unbegreiflich ist ihr der Besuch ihrer Mutter, die sie ohne Aufschub sofort mit nach Hause nimmt. Sie wird vor die vollendete Tatsache gestellt, dass sie statt Nonne nun „den Schotten“ heiraten muss, obwohl ihre Erziehung nichts mit den Eigenschaften, die eine Burgherrin beherrschen muss, beinhaltete.

Er trifft in der Burg von Lord Waverly auf ein ziemliches Chaos und seine Gefolgsleute erfahren, dass die vertraglich für ihn vorgesehene ältere Tochter mit dem Sohn des Stallmeisters durchgebrannt ist und ihm die jüngere präsentiert werden soll.
Ross will schon wegen Vertragsbruch den Heimweg antreten, als ihm Annabel präsentiert wird und er binnen einer Minute seine Meinung ändert und sein Wissen für sich behält.

Die Heirat erfolgt noch am gleichen Abend und am nächsten Morgen wirft der Hausherr beide beinahe hinaus. Die gefühlskalte Atmosphäre, die dort herrscht, bestärkt Ross in seinem sofortigen Aufbruch. Da Annabel ja kein einziges persönliches Stück in ihrem „Zu Hause“ besitzt, brechen sie auf und Ross macht sich schon Vorwürfe, dass er ihr keine Zeit zum Packen gelassen hat.

Während des Ritts wundert sich Ross, dass seine Braut weder richtig reiten kann, besonders aber, dass sie sich an jedem ihr bietenden Anblick erfreut, als wenn sie es zum erstem Mal sieht.
Sie beklagt sich wegen keiner Unannehmlichkeit auf der Reise und freundet sich bereits mit seinen Gefolgsleuten an, dass sich bereits jetzt eine leise Eifersucht bei Ross bemerkbar macht. Durch die fehlende Garderobe muss viel Einfallsreichtum erzeugt werden, was auch wiederum zu humorvollen Szenen führt.

Meine persönliche Meinung:
Ross und Annabel folgen nur den Bestimmungen ihrer Eltern und versuchen gleich von Anfang an, immer das Beste aus der Situation zu machen. Das macht sie ungemein sympathisch, dass man sie einfach gern haben muss.
Dazu kommt Annabels angeborener Humor, der in einem Kloster ihr nur Nachteile brachte, aber gerade in ihrer jetzigen Situation Gold wert ist.
Allein die Beschreibung ihrer Hochzeitsnacht brachte mich zum Lachen (siehe Chemise Carouse). Während des gesamten Buches konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen.
Ross ist bestimmt nicht ein typischer Mann seiner Zeit, dafür ist er viel zu gefühlsbetont. Darum passen die Beiden auch absolut zusammen.
Diese Idylle wird durch die ständigen Angriffe auf Annabel getrübt. Sie hat nur immer Schwierigkeiten, Verbote zu befolgen und so legt sie diese immer zu ihren Gunsten aus, was woraus wiederum neue erfolgen.
Ross steht ihr in dieser Weise nichts nach, was z.B. seine Auslegung der kein Sex am Mittwoch, Freitag, Sonntag Regel hat.

Zusammengefasst:
Die Braut des Schotten ist ein unterhaltsamer, humorvoller Mittelalter-Roman, der stimmig erzählt wird, flüssig geschrieben und keine Längen besitzt. Die erotischen Einflechtungen sind einfühlsam genau an den richtigen Stellen.
Wer diese Kriterien mag, sollte auf jeden Fall zugreifen.

Ich gebe die volle Punktzahl = 5/5 Sternen.

:stern
CR-Nachweis zu meinem Ava
Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden. Ludwig Feuerbach
Benutzeravatar
Kendra
wohnt hier
 
Beiträge: 645
Registriert: 13.05.2014, 12:16

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon Marina G. » 19.05.2014, 17:37

Ich habe das Buch auf den WZ und nach den vielen guten Rezis, die ich schon gelesen habe, will ich es auch bald kaufen!
Benutzeravatar
Marina G.
Herrin der Schlossküche/Köchin
 
Beiträge: 5235
Registriert: 01.04.2009, 19:21
Wohnort: Österreich

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon Kendra » 19.05.2014, 18:32

Das Buch lohnt auf jeden Fall. :abklatsch
Ich war selbst überrascht, wie gut ich es fand. Ich habe das Buch Anfang Mai gelesen und musste heute bei der Rezi so gut wie nichts nachschlagen, so gut war es mir noch im Gedächtnis.
Das geht mir selten bei Büchern so. Inzwischen habe ich ja auch schon wieder etliche gelesen. :versteck
CR-Nachweis zu meinem Ava
Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden. Ludwig Feuerbach
Benutzeravatar
Kendra
wohnt hier
 
Beiträge: 645
Registriert: 13.05.2014, 12:16

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon Cleo77 » 21.05.2014, 17:40

Hört sich gut an!

Aber wieso hat Ross diese .....-Regel? Gibt es da einen bestimmten Grund? :zwinkern
Benutzeravatar
Cleo77
fühlt sich schon wohl
 
Beiträge: 107
Registriert: 07.03.2014, 17:10
Wohnort: Österreich

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon mallory » 21.05.2014, 17:52

Hatte die Regel nicht sie aufgestellt und er hat sie immer wieder umgangen? :grübel
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
Else Pannek (1932-2010)
Deutsche Lyrikerin
Benutzeravatar
mallory
Palastwache/Teilzeit-Todesquasslerin/Moderatorin
 
Beiträge: 55864
Registriert: 30.03.2006, 21:41
Wohnort: Reutlingen

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon Kendra » 21.05.2014, 19:24

Nein, mallory, es war eine Regel der Kirche, habe ich sogar recherchiert, die gab es im 8. Jahrhundert. Da fand ich eine Abhandlung darüber, auf die Annabel nur immer hingewiesen hat. :helga
Zuletzt geändert von Kendra am 21.05.2014, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.
CR-Nachweis zu meinem Ava
Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden. Ludwig Feuerbach
Benutzeravatar
Kendra
wohnt hier
 
Beiträge: 645
Registriert: 13.05.2014, 12:16

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon mallory » 21.05.2014, 19:28

Ja, so hatte ich das eigentlich gemeint.
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
Else Pannek (1932-2010)
Deutsche Lyrikerin
Benutzeravatar
mallory
Palastwache/Teilzeit-Todesquasslerin/Moderatorin
 
Beiträge: 55864
Registriert: 30.03.2006, 21:41
Wohnort: Reutlingen

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon Kendra » 21.05.2014, 19:31

Nach 14 Jahren war sie eben "versucht" etwas standhafter zu sein, obwohl ja nur die größten Schwierigkeiten eben durch die Auslegung des Ortes der Regel entstanden sind.
CR-Nachweis zu meinem Ava
Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden. Ludwig Feuerbach
Benutzeravatar
Kendra
wohnt hier
 
Beiträge: 645
Registriert: 13.05.2014, 12:16

Re: Sands, Linsay - Die Braut des Schotten

Beitragvon Skiddo » 10.03.2015, 19:10

Gerade gelesen und als sehr schön empfunden. Endlich mal ein Paar das ziemlich schnell die gegenseitige Liebe findet und sich nicht ewig selbst im Weg steht.

Von mir 4.5 von 5 Punkten :zwinkern
Benutzeravatar
Skiddo
wohnt in einem Fürstenschloss
 
Beiträge: 5604
Registriert: 19.08.2008, 19:38


Zurück zu Historische Liebesromane

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste