Darlene Marshall- Rache & Rosen

historische Liebesromane mit Piraten/innen als Held/innen

Moderatoren: mallory, Mondfrau, gini

Darlene Marshall- Rache & Rosen

Beitragvon Lesefratz » 26.05.2008, 12:23

Darlene Marshall- Rache und Rosen
Originaltitel: Pirates's Price
Verlag: Heyne / 266 Seiten
Erscheinungsdatum: 06/08
Genre: historischer Liebesroman/ Piraten

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Rache und Rosen: Roman
Darlene Marshall
Heyne 2008-06 Broschiert 268 Seiten


Meine Bewertung: :D :D :D :D von 5 Punkten

Meine Zusammenfassung:

Christine Sanders sind nach dem Tode ihres Vaters die Hände gebunden und der Weg in die Freiheit scheinbar versperrt, denn als ihr Vormund wird nun ihr despotischer und rücksichtsloser Onkel bestimmt, der sie sofort an den nächsten Adligen verschachern möchte. Denn nur so bekommt auch er endlich seinen Anteil an Vermögen, dass sein verstorbener Bruder eigentlich Christine allein vermacht hat.
Die Wahl ihres geldgierigen Onkels fällt auf Justin Delerue, Lord Smithton. Justin ist ein typischer englischer Edelmann, jedoch hegte sein Vater früher starke freundschaftliche Beziehungen zu Christines Vater und so wurde schon damals beschlossen, dass Justin und Christine einmal heiraten sollten. Doch auch Justins Vater starb und so sah es Justin bisher nicht ein, diese gewollte Verbindung einzugehen.
Von einem auf den anderen Tag ändert sich jedoch alles, als Justins Schiffe mit Handelwaren verschollen bleiben. Er braucht dringend Geld und nur eine Ehe mit Christine kann seine Firma die kurz vor dem Bankrott steht, noch retten.

So macht er sich auf nach Florida um sich zunächst mit Christines Onkel zu besprechen. Was er nicht ahnt, ist , dass Christine das wenig schmeichelhafte Gespräch über ihre geplante Verbindung, zwischen Justin und ihrem Onkel mitanhört.
Jedoch macht sie sich auch so keine Illusionen, denn Christine ist alles andere als eine überragende Schönheit. Sie hat Übergewicht und ist überdurchschnittlich groß für eine Frau.
Als sie Justin das erste Mal begegnet, steht ihm überdeutlich seine Enttäuschung über seine Braut, im Gesicht.
So schmiedet sie einen tollkühnen Plan um ihre Freiheit zu erlangen. Nach der Eheschließung betäubt sie Justin, um dem Vollzug der Ehe zu entgehen, doch das Mittel wirkt leider eine Spur zu spät. Der anschließenden Flucht jedoch steht nichts im Wege. Sie rettet sich zu ihrem Onkel Julius, einem ehemaligen Piraten, der in den Sümpfen lebt.
Nachdem Christine ihm offenbart, dass sie Justins Handelsschiffe als Piratin überfallen will, um sich so ihr Vermögen, dass sie durch die Eheschließung verloren hat, zurückzuholen, willigt dieser schicksalsergeben ein, denn er kann seiner Nichte keinen Gefallen abschlagen.
Jedoch ist die Ausbildung zur Piratin alles andere als ein Zuckerschlecken für die junge Frau.

Etliche Monate später und um viele Pfunde leichter, scheint Christines Ziel zum Greifen nah. Als Mann verkleidet, macht sie die Meere unsicher und jagt Justins Schiffe, bis sie eines Tages auch ihm wieder begegnet. Eigentlich will sie nur die Annullierung der Ehe erreichen, doch Justin weckt unerwünschte Sehnsüchte in ihr. Kann sie ihm auf Dauer widerstehen?

Der neue Roman von Darlene Marshall ist zwar wie auch der Vorgängerband eine Piratenromance, jedoch mit einer völlig anderen Ausgangssituation, deren Plotidee sich positiv von der anderer Romances abhebt.
Hier geht es um eine sehr starke, couragierte Heldin, die ihr Schicksal in beide Hände nehmen will, um sich von den Zwängen einer Frau ihrer Zeit zu befreien.

Das gelingt ihr zwar zunächst sehr gut, doch muss sie dann doch irgendwann feststellen, dass auch grenzenlose Freiheit und Unabhängigkeit allein nicht glücklich machen.
Der Held des Buches war mir anfangs sehr unsympathisch, da er der Beschreibung nach einem typisch englischen Dandy glich, der sehr oberflächlich zu sein schien.
Im Laufe des Buches musste ich meine vielleicht etwas vorschnell gefasste Meinung über ihn jedoch wieder revidieren, denn er entpuppt sich dann doch als tiefgründigerer Charakter.
Der Schreibstil von Darlene Marshall ist wie auch bei dem Erstlingswerk „Samt & Säbel“ wieder einmal gekonnt eingängig und unterhaltend und die säbelschwingende Christine als Piratin ohne Furcht und Tadel inklusive ihrer schrulligen Mannschaft, bereitet sehr viel Lesespaß.
Nun zu den Punkten, die eine Bestbewertung meinerseits verhinderten.
Ein so interessanter und außergewöhnlicher Plot verdiente meiner Meinung nach definitiv mehr Seitenzahlen! So wirkt die Story leider ein wenig zu kurz, um genügend Raum für die Liebesbeziehung zwischen Justin und Christine zu schaffen.
Mir fehlte ein wenig eine etwas genauere Charakterisierung der Hauptfiguren. Zudem wäre es wünschenswert gewesen, mehr über die innere Gedanken und Gefühlswelt von Christine und Justin zu erfahren. So jedoch ging mir die Annäherung zwischen den beiden etwas zu schnell und war für mich nicht richtig nachvollziehbar, da sich beide Hauptfiguren eher über belanglose Dinge austauschten, bis sie dann von ihrer gegenseitigen sexuellen Anziehungskraft überwältigt wurden und Sex miteinander hatten.
Auch Christines sexueller Hunger nach Justin war für mich ein wenig unverständlich, da der erste Sex mit ihm, eher in einer absoluten Katastrophe für Christine endete. Ihre schnelle Bereitschaft, sich später von ihm verführen zu lassen, mutete daher etwas seltsam an.
Trotz meiner Kritikpunkte kann ich den Roman durchaus empfehlen, ein unterhaltsamer Schmöker ist es allemal.

:stern
Lesefratz
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