Smaragdgrün - Kerstin Gier

Eine Reise durch Zeit und Raum im Liebesroman

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Smaragdgrün - Kerstin Gier

Beitragvon patwelli » 25.12.2010, 13:05

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Smaragdgrün: Liebe geht durch alle Zeiten 3
Kerstin Gier
Arena 2010-12-08 Gebundene Ausgabe 496 Seiten

Klappentext:

Was tut man, wenn einem das Herz gebrochen wurde? Richtig, man telefoniert mit der besten Freundin, isst Schokolade und suhlt sich wochenlang im Unglück. Dumm nur, dass Gwendolyn, Zeitreisende wider Willen, ihre Energie für ganz andere Dinge braucht: zum Überleben zum Beispiel. Denn die Fäden, die der zwielichtige Graf von Saint Germain in der Vergangenheit gesponnen hat, ziehen sich nun auch in der Gegenwart zu einem gefährlichen Netz zusammen. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, müssen Gwendolyn und Gideon – Liebeskummer hin oder her – nicht nur auf einem rauschenden Ball im 17. Jahrhundert zusammen Menuett tanzen, sondern sich in jeder Zeit kopfüber ins Abenteuer stürzen… Quelle: Arena

Meine Meinung:

Gideon und Gwendolyn, küssen sich unterm Baldachin, Baldachin der krachte, Xemerius, der lachte…

Da liegt er nun, der unwiederbringlich letzte Teil der Edelsteintrilogie, und strahlt im grünen Glanze. Lesen oder nicht lesen – das ist hier die Frage, denn hat man es erst einmal aufgeschlagen, ist man seiner Faszination erlegen. Aber Vorfreude ist nun mal die schönste Freude, hat man es erst einmal gelesen, so ist es vorbei mit der außergewöhnlichen Geschichte mit Gideon, Gwendolyn und all ihren herrlich lebendigen Freunden. Und mit den Zeitreisen, ihren tollen Kostümen und den damit verbundenen Personen. Liebt Gideon wirklich Gwenny? Was passiert, wenn im Chronographen das Blut aller zwölf Edelsteine eingelesen ist? Wollen wir es wirklich wissen? Ja – wir wollen und unsere Neugier wird wieder mit einer ungewöhnlich spannenden und trickreichen Geschichte belohnt, Tränenausbrüche und Freudengelächter inklusive.

Zeitreisen sind kompliziert – und äußerst verwirrend. Man kann Briefe hinterlassen, um sich mit geliebten Personen an bestimmten Orten zu treffen, oder man kann auch Briefe übergeben, die wichtige Informationen über bestimmte Ereignisse enthalten. Anschließend muss man dann wieder ein wenig früher elapsieren – d.h. in die Zeit springen – um die Briefe wieder abzufangen, denn die Ereignisse haben sich geändert. Aufgrund von vorherigen Zeitsprüngen oder neuen Informationen, man weiß es nicht, denn die beiden Sachen sind unmittelbar miteinander verwoben, das eine ist oft eine direkte Konsequenz des anderen. Außerdem muss man aufpassen, dass man nicht zuviel von der Zukunft verrät oder entscheidend eingreift, denn das würde ja ganze Leben verändern. Und irgendwann ist man einfach erschlagen ob der ganzen Möglichkeiten, die einem als Zeitreisenden geboten werden. Man darf auch nie vergessen, dass für den Zeitreisenden nur ein Tag vergeht, für den anderen, den er wieder trifft, vielleicht ein halbes Leben. Verwirrend? Und ob – und leider verliert Kerstin Gier auch eine Menge Raum daran, Überlegungen der Protagonisten über Was Wäre Wenn einzuflechten. Den Überblick über die ganzen Auswirkungen der Sprünge zu behalten, ist wie U-Bahn bauen im Kopf, wie Paul einmal treffend bemerkt. Es zieht sich immer wieder durch die Geschichte, Überlegungen und Planungen, was ein bisschen verlorene Lesezeit ist, die eigentlich besser für andere Sachen genutzt werden könnte. Viel lieber würde man mehr über Leslie und Raphael lesen, über Grace und Tante Maddy, über Mr. Bernhard, Mr. George und selbst über Mr. Marley gäbe es bestimmt noch so viel Interessantes zu berichten. Man hat sie alle lieb gewonnen und möchte sie am liebsten gar nicht mehr hergeben – aber irgendwann ist auch dieses exquisite Buch einfach zu Ende. Dafür endet es aber mit einem Paukenschlag, denn die Autorin kann noch verblüffen, ihrem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt.

Obwohl in der Gegenwart das Vergangene bereits geschehen ist, muss man alle Vorsicht aufbieten, um das Gegenwärtige nicht durch das Vergangene zu gefährden, indem man es gegenwärtig macht.
Seite 203


Kerstin Gier hat mit dieser Trilogie ein absolutes Highlight geschaffen, mit ihrer humorigen Art und dem tiefgründigen Witz ist es ein wahres Lesevergnügen. Die Trilogie bietet alles, was ein gutes Buch bieten sollte, Spannung, interessante Themen, tiefgründige Charaktere, geheimnisvolles Setting und jede Menge Geheimnisse, deren Lösungen in packenden Abenteuern gefunden werden. Nichts ist vorhersehbar, ungewöhnliche Wendungen verleihen pikante Würze und die Charaktere sind zum Dahinschmelzen – selbst die Bösen. Ein Buch für jedes Alter, insgeheim würde jede Frau bei Gideons Worten zu Gwen dahinschmelzen. Der Schreibstil ist zwar einfach aber ungemein lebendig, er zieht einen förmlich ins Buch hinein. Mit dem Ende ist die Autorin ein kleines Risiko eingegangen, die Lösung wirkt zwar etwas übertrieben, aber tief in unseren Herzen wünschen wir es uns alle, bestimmt ging ein kollektives Seufzen durch das Land. Romantik pur, aber niemals kitschig oder klischeebehaftet, immer herzerwärmend und mit ihrer ganz eigenen Art der Situationskomik ausgestattet.

Trotz aller Euphorie über dieses Meisterstück gibt es doch ein kleines bisschen Kritik, die Überlegungen Wer Was Wann Warum und Wieso waren einfach zu ausufernd und zu verwirrend. Teilweise hatte man den Eindruck, dass die Autorin selbst in Erklärungsnot geriet, der Durchblick fehlte, die Möglichkeiten der Zeitsprünge sind einfach zu komplex. Auch Gwendolyns Gabe, mit den Geistern zu reden, fiel größtenteils unter den Tisch, sie war halt da, wurde aber nicht genutzt. Für das Leserherz wären ein paar kleine Botschaften an die Lebenden einfach perfekt gewesen, vor allem, wer der schwarze unheimliche Geist wirklich war. Dafür hatte aber Xemerius seine großen Auftritte, er ist der fehlende Edelstein, der aus schönen Einzelteilen das perfekte Schmuckstück gestaltet. Die anderen Charaktere sind wie gewohnt tiefgründig und geheimnisbelastet, das Gute an den Zeitsprüngen ist ja, dass man auch bereits Verstorbene kennenlernen kann. Hier hätte das Buch doppelt so dick sein können, über verschiedene Leute kann man gar nicht genug erfahren. Wenigstens bekommt man einen Einblick in Charlottes Innenleben und kann sie nun auch ein bisschen besser verstehen. Und wir alle können nun rätseln, wer Mr. Bernhard wirklich ist *g*.

Auch dieses Buch ist wieder sehr edel gestaltet. Dickes, angenehmes Papier, zweifarbig bedruckt, diesmal alles in Grün, ein Schutzumschlag aus dicker, pergamentähnlicher Qualität mit schwarzen Jugendstilornamenten und einem Pärchen aus lackähnlichen Material bedruckt machen das Buch zu einer wahren Augenweide. Der Preis ist der Qualität angemessen, diese Bücher sind wahre Schmuckstücke. Eigentlich sollten sie in keinem Bücherregal, was etwas auf sich hält, fehlen.

Fazit:

Das war’s – ein Feuerwerk an guter Laune geht zu Ende und versprüht noch einen opulenten Funkenregen. Donnerschlägen gleich prasseln die Ereignisse auf den Leser nieder. Hineingezogen in eine magische Welt, vergisst man den Alltag und möchte gar nicht wieder auftauchen. Die Protagonisten wirken lebensecht, man fühlt, leidet und freut sich mit ihnen wie mit guten Freunden und möchte sie gar nicht wieder hergeben. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt bleibt man zurück, ein Gefühl des Verlustes eines unendlich großartigen Lesevergnügens. Virtuell verneigt man sich vor der Autorin und ihrem Einfallsreichtum, man ist dankbar für ihren lebendigen und witzigen Stil, der zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt.


Wegen der ständigen Verwirrungen der Zeitreisen gibt es von mir 4,75 von 5 Punkten - ansonsten ein würdiger Endband.

:stern
Zuletzt geändert von patwelli am 28.10.2012, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon erki_nol » 25.12.2010, 15:19

Mir hat "Smaragdgrün" auch wieder gut gefallen, und es bekommt von mir - wie die anderen beiden Bücher auch - 4 von 5 Punkten.
Mir sind Gwen und Leslie und vor allem auch der Wasserspeier-Geist Xemi richtig ans Herz gewachsen. :D Und das Ende hat mir sehr gut gefallen. Dafür hatte das Buch im mittleren Teil eine kleine Durststrecke.

patwelli hat geschrieben: die Überlegungen Wer Was Wann Warum und Wieso waren einfach zu ausufernd und zu verwirrend. Teilweise hatte man den Eindruck, dass die Autorin selbst in Erklärungsnot geriet, der Durchblick fehlte, die Möglichkeiten der Zeitsprünge sind einfach zu komplex.

Das habe ich ganz genauso wie Patwelli empfungen.

patwelli hat geschrieben:Auch Gwendolyns Gabe, mit den Geistern zu reden, fiel größtenteils unter den Tisch, sie war halt da, wurde aber nicht genutzt.

Ich hätte auch ein bisschen gehofft, dass die Sache mit den Geistern im dritten Band noch eine größere Rolle spielen wird. Aber naja, war ja auch so eine ganz nette Idee.
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Beitragvon Lenya » 30.12.2010, 20:59

Ich hab das Buch regelrecht verschlungen und bin von der ganzen Trilogie mehr als begeistert. Endlich mal wieder ein Buch, wegen dem ich mir die Nacht um die Ohren schlagen konnte.

Die Liebesgeschichte ist wunderschön und die Sache mit den Zeitreisen empfand ich selbst gar nicht als so kompliziert, wenn man mal den Durchblick hatte :cool:

Ich hoffe sehr, dass wenigstens noch eine Kurzgeschichte folgen wird, mich würde sehr interessieren, wie es mir Gwen und Gideon weitergeht. Die beiden sind sooo ein tolles Liebespaar :augen

Von mir definitiv volle Punktzahl ohne wenn und aber!!!
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Beitragvon monalisa » 08.01.2011, 13:58

:verliebt :verliebt :verliebt so schön :zwinkern

aber kann mir bitte jemand die allerletzten Zeilen erklären (warum nennen sich Lucy und Paul auf einmal Bernhard...das habe ich irgendwie nicht verstanden) :versteck

Dieses Buch ist auf jeden Fall ein gelungener Abschluss dieser Triologie. Ich konnte das Buch gar nicht aus den Händen legen. Von vorne bis hinten ein Pageturner. Die Liebesgeschichte von Gideon und Gwendolyn ist super süß. Immer wieder lud mich der Erzählstil der Autorin zum schmunzeln oder lachen ein. Besonders ans Herz gewachsen ist mir auch Xemerius...der kleine Wasserspeiher. Von mir aus könnte es noch etliche Bücher dieser Serie geben

Meine Bewertung

10 von 10 Punkten
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Beitragvon mallory » 09.01.2011, 21:48

Auch ich glühe immer noch vor Begeisterung nach! Gestern um die Mittagszeit fing ich nochmal mit den ca. letzten 100 Seiten von "Saphirblau" an um wieder in die Geschichte reinzukommen. Bis um 17.00 Uhr hatte ich gut 300 Seiten von "Smaragdgrün" hinter mir und habe mich nur widerwillig von dem Buch getrennt. Um 23.00 Uhr war ich wieder zuhause und habe weitergelesen und heute morgen gleich nach dem Aufwachen dann den Rest! Gut, dass ich nicht viel zu kochen hatte!!

Ich fand den 3. Teil extrem spannend und habe über die Zeitreiseverwicklungen einfach nicht intensiver nachgedacht - das habe ich mir selbst verboten. Die Liebesgeschichte ist einfach süß, Gwens Kommentare witzig und ironisch wie immer und Charlottes Ausraster gegen Ende hat mir richtig gutgetan. Endlich bekam Miss Perfekt mal einen Dämpfer *g*.
Ich wäre tatsächlich auch nie auf die Lösung gekommen, wer der Bösewicht in der Gegenwart ist. Erstaunlicherweise.

Nur eines finde ich unlogisch. Wie können Paul und Lucy schon 17 Jahre weg sein und immer noch kaum älter als die 16jährige Gwen?? Sie haben ja trotz allem 17 Jahre hinter sich gebracht, egal in welchem Jahrhundert!

Meine Wertung:

Begeisterte 5 von 5 :lesen

Und ich werde mir die 3. Bände doch wieder besorgen müssen, sie haben einen Platz im Keeperregal verdient!
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Beitragvon Lenya » 10.01.2011, 21:20

@monalisa:
Doch, das war für mich schon sinnvoll. Sie müssen ihren Nachnamen ändern, damit sie die Geschichte der Zukunft nicht beeinflussen. Wären da DeVilliers von ihrer Linie aufgetaucht, wäre das ja aufgefallen, aber nach Bernhards sucht niemand.
Außerdem ist das doch total süß, dass man so erfährt, dass der Hausdiener Mr. Bernhard, der Gwen so hilft ein Verwandter von ihr ist :augen Hat mir total gut gefallen.


@mallory:
Nein, das stimmt nicht ganz. In der Gegenwart sind Lucy und Paul 17 Jahre weg, aber in der Vergangenheit besuchen sie die beiden relativ kurz nach ihrer Flucht. Das ganze läuft nicht linear.
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Beitragvon mallory » 11.01.2011, 22:08

Lenya, in diesem Fall setzt bei mir das logische Denken aus. :roll:
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Re: Smaragdgrün - Kerstin Gier

Beitragvon Fliegerlady » 11.02.2011, 17:20

Heute nachmittag habe ich den dritten Band zu Ende gelesen. Auch ich habe zwischendrin immer wieder schmunzeln bzw lachen müssen. Es ist genauso gut wie die Vorgänger. Ein wunderschönes Buch von der Aufmachung über die Geschichte, da kann ich meinen Vorschreiberinnen nur zustimmen. Kann es nur weiterempfehlen. Schade das es vorbei ist. :neutral:
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Re: Smaragdgrün - Kerstin Gier

Beitragvon Ashani » 23.05.2011, 09:24

Das letzte Buch der Edelstein-Trilogie ist für mich auch das beste. Ich bin unendlich traurig, dass ich Gwendolyn und Gideon verlassen musste und hoffe, dass es irgendwann vielleicht doch weitergeht. Kaum zu fassen, wie spannend die Suche nach dem Geheimnis hinter dem Chronografen ist und wie viele Geheimnisse es noch zu entdecken gab.

Auch wenn ich zeitweise etwas ins Schwimmen geriet, wenn ich versuchte mir die verschiedenen Zeitebenen vorzustellen und wer denn nun was in welcher Zeit gemacht hat. Ganz schön verworren das Ganze. Aber auch unheimlich klasse ! :zwinkern

Meine Wertung: 10 von 10 Punkten :augen :augen
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Re: Smaragdgrün - Kerstin Gier

Beitragvon DG7NCA / CAROLA » 01.08.2012, 17:27

Ja, ein schöner, leicht überraschender Abschluß. Xemerius und James (besonders weil Gwen ihn Zwangsimpft) sind sehr grinslastige Nebenfiguren ;)
Einen kleinen Kritikpunkt hab ich, es war zu rasant; was in diesem Band verpackt war hätte ein einhalb gefüllt, dadurch blieb einiges auf der Strecke.
Alles in allem jedoch eine leichte und actionreiche Lesekost.
8 von 10 Punkten
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