Anne Tenino - Achtzehnprozentiges Grau. Die Flucht

Liebesromane mit phantastischen und/oder mystischen Elementen

Moderatoren: mallory, Mondfrau

Anne Tenino - Achtzehnprozentiges Grau. Die Flucht

Beitragvon mallory » 11.11.2017, 17:00

Achtzehnprozentiges Grau. Die Flucht

Inhalt: In einer Zukunft, in der die Vereinigten Staaten von Amerika durch unüberwindbare politische Differenzen gespalten sind, ist es die Aufgabe von Agent Matt Tennimore, Menschen aus den Konföderierten Roten Staaten herauszuholen. Egal, ob sie Spezialagenten seines eigenen Landes sind, die gefangengenommen wurden, oder schwule Bürger aus den Roten Staaten, die um Asyl bitten. Niemals hätte Matt damit gerechnet, seinen Highschool-Schwarm retten zu müssen, der Matt damals wegen seiner Homosexualität das Leben zur Hölle gemacht hat.

James Ayala zu retten, ist nicht einfach. Er wimmelt nicht nur vor Nano-Sendern, er hat auch ein biokybernetisches Gehirnimplantat, das ihm übersinnliche Fähigkeiten verleiht. Und er ist sich ganz und gar nicht sicher, ob er diese Fähigkeiten kontrollieren kann. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass das Implantat James’ geistige Stabilität gefährdet.

Auf der Flucht vor der feindlichen Miliz und vor Flugzeugen mit künstlicher Intelligenz, gesteht James Matt schließlich, dass er ihn damals in der Schule nur gequält hat, weil er Gefühle für ihn hatte. Matt kann der Versuchung nicht widerstehen, die James für ihn darstellt. Aber er will so viel mehr als Sex, sollten sie es jemals lebend über die Grenze schaffen. Ist es wirklich eine gute Idee, mit James zusammen zu sein, dessen Gehirn eine tickende Zeitbombe ist? Außerdem weiß Matt noch gar nicht wie sehr James sich tatsächlich verändert hat.

Meine Meinung: Anfangs füttert einen die Autorin mit einer Menge an Informationen über die politische Geschichte der Nationen. Die blauen Staaten, in denen die Menschen in Freiheit leben und die roten Staaten, in denen die Bevölkerung verarmt und überwacht ist, was mich ein bisschen an Orwells 1984 erinnerte.
Obwohl die Infos im Rahmen der Handlung gegeben werden habe ich durch recht schnell durchgeblickt. Allerdings finde ich sehr irritierend, dass es zwar nur 12% Homosexuelle in den Amerikanischen Staaten gibt, doch trotzdem war es scheinbar ein so großes Thema, dass es anscheinend mit zu einer Staatenteilung führte. Im Laufe des Buches erfährt man dann zwar, dass in den roten Staaten nicht nur homosexueller Sex sondern auch unehelicher Sex verboten ist, doch scheint alles immer wieder auf die verbotene, verpönte Homosexualität zurück zu führen. Hier hätte ich gerne noch mehr Informationen darüber gehabt was sonst noch zu der Trennung führte, das hätte das Ganze für mich glaubwürdiger gemacht.
Die Geschichte als solche ist unterhaltsam und zum Teil auch spannend, doch in dem Moment in dem die ersten richtigen Sexszenen kamen habe ich ein wenig die Lust am Buch verloren. Leider hat es die Autorin nicht verstanden mir die Szenen wirklich erotisch zu vermitteln, bei manchen musste ich eher lachen oder meine Phantasie machte Überstunden wenn ich mir bestimmte Körperteile anhand der Beschreibung eher abstoßend vorstellte. Vielleicht sind andere LeserInnen von diesen Szenen ganz begeistert aber mich konnten die Szenen nicht überzeugen. Erst im Laufe der Geschichte wird es dann besser.
Was mich auch in meiner Konzentration störte waren so kleine Rand-Tatsachen die die Autorin in die Geschichte einfließen ließ. Nicht nur dass Matts Großvater in einer schwulen Ehe lebt, nein, es wird auch erwähnt dass seine Cousins „ein Haufen Schwule“ sind. Da musste ich mich dann schon fragen wie es zu so einer enormen Häufung an Homosexualität innerhalb einer Familie kommen kann, wenn doch der Prozentsatz an der Gesamtbevölkerung im niedrigen zweistelligen Bereich liegt. Selbst wenn es, wie in der Geschichte behauptet, ein schwules Gen gibt, so finde ich es doch unglaubwürdig dass deshalb so viele Männer einer Familie schwul werden.

Fazit: Sympathische Helden, die man im Laufe der Geschichte immer besser kennen lernt und mit denen man dann auch besser mitfühlen kann. Eine unterhaltsame, zum Teil spannende, zum Teil actionreiche Geschichte, die aber im Mittelteil ihre Längen hatte. Und ein Showdown der Lust auf eine Fortsetzung macht, bei der nicht Matt und James die Hauptpersonen sind. :) Kein Buch, dass mich jetzt gefesselt hat und das ich nicht unterbrechen konnte, aber doch gute Unterhaltung, die mir gefallen hat.

Meine Wertung:

4 von 5 :lesen

:stern
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
Else Pannek (1932-2010)
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