Anna Martin - Lone Wolf

Liebesromane mit phantastischen und/oder mystischen Elementen

Moderatoren: mallory, Mondfrau

Anna Martin - Lone Wolf

Beitragvon mallory » 14.09.2019, 11:58

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Lone Wolf

Inhalt: Jackson Lewis ist kein typischer Werwolf: Er lebt zurückgezogen und widmet sich ganz seiner eigenen Mikrobrauerei, da bleibt nicht viel Zeit für Romantik. Umso überraschter ist er, als er in der Stadt über seinen Seelengefährten stolpert. Leo Gallagher ist liebenswert, lebensfroh, Jacksons komplettes Gegenteil – und ein Mensch. Dass Jackson bisher davon ausgegangen ist, hetero zu sein, stellt die beiden durchaus vor Herausforderungen. Und zu allem Überfluss regt sich auch noch eine Anti-Werwolf-Aktivistengruppe, die die Verbindung von einem Menschen und einem Werwolf überhaupt nicht gerne sieht. Doch das Herz lässt sich nicht verbieten, wen es liebt, und das Schicksal irrt sich nie… Quelle: Verlag

Warnung: Enthält Sex zwischen Männern!

Meine Meinung: Gay for you? Als der Werwolf Jackson seinen Seelengefährten trifft ist er erstmal geschockt. Zum einen ist es extrem selten dass dieser ein Mensch ist, zum anderen ist es ein Mann! Aber Jackson ist hetero, er hat sich noch nie zu Männern hingezogen gefühlt!
Der schwule Leo würde der Gefährtensache gerne eine Chance geben, doch wie soll er einen heterosexuellen Mann davon überzeugen? Die beiden beginnen mit harmlosen Treffen zum Kennenlernen, doch lange Zeit steht Jacksons sexuelle Ausrichtung zwischen ihnen und es sieht nicht so aus als könnte aus ihnen doch noch ein Paar werden, da Jackson sich einfach nicht vorstellen kann einen Mann zu lieben oder gar intim mit ihm zu werden.
Als wären diese Gefühlsdramen nicht schon genug wird Leo von Mitgliedern einer rassistischen Sekte angesprochen, seine Eltern, die in ihrer Jugend noch für die Rassentrennung auf die Straße gingen, sind ebenfalls alles andere als begeistert davon dass er mit einem Werwolf zusammen sein will und Jackson verliert seine Lebensgrundlage durch einen Brand.
Die Autorin hat einiges aus dem realen Leben genommen und auf die Werwölfe umgeschrieben. So erinnerten mich die fanatischen Redner mehr als einmal an Mitglieder des Ku-Klux-Klan, nur dass sie hier nicht die weiße Rasse „rein“ halten sondern die Menschen vor den „Tieren schützen“ wollen. Die Motive dürften aber dieselben sein.
Neben dieser Rahmenhandlung konnte mich aber auch die Geschichte von Jackson und Leo fesseln. Hier ist es nicht wie in anderen Romanen – sie sehen sich, Jackson wird plötzlich schwul und sie haben ab da nur noch überwältigenden Sex – denn Jackson hat bis zum Ende der Geschichte kein Interesse an anderen Männern. Seine Gefühle für Leo entwickeln sich langsam, es gibt eine Menge Rückschläge, die Erotik ist zuerst eher unbeholfen, da Jackson absolut keine Erfahrung mit schwulem Sex hat. Das fand ich erfrischend realistisch und es kommt zu einigen humorvollen Szenen. Bei ca. 80% dachte ich schon dass ich aufgrund der Inhaltsangabe etwas mehr Action erwartet hätte doch auch hier gab es noch eine Überraschung.
Fazit: „Lone Wolf“ ist ein etwas anderer Werwolf-Roman. Es gibt hier keine Rudel, kein endlos langes Leben, keinen Gefährtenbiss oder was auch sonst ich im davor gelesenen neuesten Roman von Charlie Richards' Stone Ridge-Wölfen alles vorgesetzt bekam. Auch gibt es keine verschiedenen Gestaltwandlergattungen.
Es gibt einfach nur Menschen die sich in Wölfe verwandeln, aber ansonsten ein menschliches Leben leben. Warum das so ist, wie die geschichtlichen Zusammenhänge sind, das hätte mich genauer interessiert doch das habe ich leider nicht erfahren. Meiner Begeisterung für diesen ungewöhnlichen Roman tut das allerdings keinen Abbruch!

Meine Wertung:

5 von 5 :lesen

:stern
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
Else Pannek (1932-2010)
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