Skylar M. Cates - Der Kerl aus Glamour (Gay)

Liebesromane unserer Zeit ala Sparks, Ahern, Patterson und Co

Moderatoren: mallory, Mondfrau, gini

Skylar M. Cates - Der Kerl aus Glamour (Gay)

Beitragvon mallory » 12.01.2017, 18:36



Inhalt: Anthony Carrino liebt seine große, gesellige italo-amerikanische Familie, obwohl seine Schwestern sich ständig einmischen und sein Vater, der örtliche Sheriff, über alles Bescheid weiß, was in der Stadt so vor sich geht. Er ist glücklich in seinem Job als beratender Schulpsychologe. Obwohl er Kindern und deren Eltern bei der Lösung ihrer Probleme hilft, schafft er es nicht, sein eigenes Liebesleben in den Griff zu bekommen. Wenn doch bloß alle endlich aufhören würden, ihn den „netten Kerl“ zu nennen.

Dean Pierce hat mit Beziehungen nichts am Hut. Als starrköpfiger Militärangehöriger hat er sich seinem Job als Night Stalker verschrieben, fliegt Chinook Hubschrauber und redet mit niemandem besonders viel. Und ganz sicher will er sich nicht mit einem Gefühlschaos herumschlagen. Aber als das Schicksal zuschlägt, hat Dean plötzlich alle Hände voll zu tun - mit seiner Nichte in Not, ihrem unwiderstehlichen, schulischen Betreuer und einer aufdringlichen Familie, zu der auch ein ziemlich großer Welpe gehört.

Meine Meinung: Die Story selbst ist nicht besonders ungewöhnlich, doch die Protas machen das Ganze zu einem wirklichen Lesevergnügen. Da ist zum einen Anthony, dessen Familie gar nicht so nervtötend ist wie ich sie aufgrund der Inhaltsangabe erwartet hätte, sondern im Gegenteil ziemlich liebenswert. Anthony ist ein wirklich netter Kerl, auch wenn er diese Bezeichnung nicht mehr hören kann und leider hat ihm diese Nettigkeit auch eine üble Beziehung eingebracht, da sein Verflossener ihn ziemlich ausgenutzt und mies behandelt hat. Und dann steht da plötzlich dieser Soldat vor ihm, wortkarg, gutaussehend, umwerfend gebaut und garantiert hetero. Anthony will ihn nicht wollen aber eigentlich hat er überhaupt keine Chance.
Dean hingegen weiß gar nicht wie ihm geschieht. Seine Schwester und er wuchsen in furchtbaren Verhältnissen auf, haben sich dann auch noch voneinander entfremdet und der Großteil seines Erwachsenenlebens spielte sich im Kriegseinsatz oder bei militärischen Übungen ab. Er ist nicht gerade sozialkompetent und total verunsichert von der Familie und dem liebevollen Umgang, in den er hier hineingerutscht ist, wo er doch nur eine neue Familie für seine dreizehnjährige Nichte finden wollte. Meist weiß er nicht was er sagen soll und sagt deshalb lieber gar nichts, was auch das Kennenlernen und den Umgang mit seiner Nichte eher schwierig macht.
Die Autorin hat es hier fertiggebracht zwei total unterschiedliche Menschen beide gleich sympathisch zu beschreiben, sowohl Anthony als auch Dean mochte ich sofort wirklich gerne. Es ist schön mitzuerleben wie Dean langsam auftaut und ein normales Familienleben kennenlernt, wie aus dem eher abweisenden Soldaten, der eigentlich bereits nach wenigen Tagen wieder bei seiner Einheit sein wollte, tatsächlich irgendwann ein Ersatzvater für seine Teenagernichte wird und auch Anthony lernt, dass er liebenswert ist auch wenn er sich nicht für einen anderen Menschen verstellt und verbiegt.
Dazu kommt dass auch die Nebenfiguren wirklich sympathisch beschrieben werden, selbst die Nichte, die ja durchaus Potential für eine nervige Zicke gehabt hätte, ist einfach nur liebenswert und man leidet mit ihr mit.
Mit hat diese Geschichte rundum gefallen und wenn von der Autorin noch mehr Bücher übersetzt werden sollten dann werde ich diese garantiert auch kaufen.

Meine Wertung:

5 von 5 :lesen

:stern
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
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