Ricarda Konrad - In den Schatten der Vergangenheit

Liebesromane unserer Zeit ala Sparks, Ahern, Patterson und Co

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Ricarda Konrad - In den Schatten der Vergangenheit

Beitragvon mallory » 27.06.2017, 19:27



Inhalt: Völlig überraschend erbt die junge Caroline Wettmann das Cottage ihrer Großtante in Irland. Sie ist geschieden und kinderlos, sodass ihr Entschluss feststeht: Sie bricht alle Zelte ab und geht nach Irland. Noch während der Renovierungen im Haus muss sie feststellen, dass das idyllische Häuschen ein dunkles Geheimnis in sich trägt, was sich nicht zuletzt durch den Fund geheimnisvoller Briefe adressiert an ihre Tante und einer Leiche in ihrem Garten bemerkbar macht. Was hat es mit den Briefen auf sich? Warum liegt ein Toter im Garten ihrer so liebevollen Tante Molly? Eine Suche nach Antworten beginnt... Quelle: Autorin

Meine Meinung: Es ist schwierig für mich das Buch zu bewerten. Zum einen habe ich mich schwer getan es zuzuordnen, denn die Liebesgeschichte verläuft so schleppend dass ich fast nicht behaupten will dass es sich um einen Liebesroman handelt. Caro und Damien werden sehr schnell sehr gute Freunde, doch beide merken ewig nicht dass sie vielleicht doch mehr füreinander empfinden könnten. So hat mich die Liebesgeschichte einfach nicht überzeugt. Auch der Mysteryteil der Story ist bei weitem nicht so spannend und dramatisch wie im Klappentext angekündigt. Ja, es werden versteckte Briefe gefunden, doch die Suche nach der Erklärung verläuft eher zäh. Ja, es liegt ein Skelett im Garten doch die Erklärung hierfür erfolgt ziemlich bald und ist auch recht harmlos. Ich hatte spannende Ermittlungen und dramatische Ereignisse in der Vergangenheit erwartet doch diese flackern nur ab und zu zwischen den Beschreibungen des Tagesablaufs von Caro und Damien auf. Da wird auch mal zweieinhalb Seiten darüber erzählt wie Caro Tapeten von der Wand kratzt, zwischendurch mit ihrem Kaffee aus dem Fenster schaut und dem Gewitter zuschaut und dann weiter renoviert.
Die Autorin hat einen zwar recht deutschen aber dennoch sehr unterhaltsamen Schreibstil und manchmal setzt sie Formulierungen bei denen ich laut auflachen und sie Alex vorlesen musste, der sich dann auch amüsiert hat. Ansonsten plätschert die ganze Geschichte, die ganze Handlung reichlich belanglos vor sich hin. Nett, unterhaltsam aber banal. Die Spannung hat mich selten bis gar nicht gepackt, die Heldin ist der Typ "zupackender, robuster, weiblicher Kumpel" und der Held einfach zu nett um wahr zu sein. Die Negativfiguren, die die Autorin in ihre Geschichte bringt, treten in Form von Caros unsympathischen Eltern, ihrem Ex-Mann und einem im Dorf wohnenden Tunichtgut auf. Bei Letzterem habe ich immer darauf gewartet dass er noch eine wichtige Rolle spielen wird, die Heldin auf dem Heimweg überfallen oder sowas, aber nichts dergleichen. Und so ging es mir die ganze Geschichte über. Ich habe erwartet dass als Nächstes was Spannendes passiert doch es passierte einfach nicht.
Zwischendurch flicht die Autorin noch einige wenige Kapitel aus der Sicht von Daniel ein, die zwar nicht langweilig sind, aber m.E. total unnötig. Erst vorhin in einer der Rezis habe ich erfahren dass er der Protagonist in einem der anderen Teile der Trilogie ist. Dafür hätte ich seine Kapitel in diesem Buch aber nicht gebraucht, die haben mich eher irritiert weil ich auch hier dauernd auf den Knaller wartete der alle Personen miteinander verbindet.

Fazit: Nette Protas, eine tolle irische Dorfgemeinschaft, ein zum Teil amüsanter Text und ein gefälliger Schreibstil. Alles verbunden in einer Geschichte, die mir zu bestimmt 80% eher belanglos vorkam.

Meine Wertung:

3 von 5 :lesen

:stern
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
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