Barbara Innes - Der Untermieter

Liebesromane unserer Zeit ala Sparks, Ahern, Patterson und Co

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Barbara Innes - Der Untermieter

Beitragvon mallory » 23.09.2017, 14:03



Inhaltsangabe: Der erfolglose Schriftsteller Paulo muss feststellen, dass ihn sein Freund nach Strich und Faden betrügt, und setzt ihn vor die Tür. Will er seine wunderschöne Wohnung in der Heidelberger Weststadt behalten, gibt es nur einen Ausweg: Er muss sie sich mit jemandem teilen, um für die Hypothek aufzukommen.
Sein neuer Untermieter, ein Pianist aus Tschechien, macht ihm das Zusammenleben nicht gerade leicht. Doch trotz aller kulturellen Differenzen kommen die beiden sich näher - bis dunkle Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit auftauchen...

Meine Meinung: Die Inhaltsangabe dramatisiert ziemlich. Die Geschichte ist mit 105 Seiten ja nicht gerade lang und über bestimmt 75% lernt man erst Paulo kennen und muss mit ihm den Betrug seines egoistischen Lebensgefährten und sein berufliches Scheitern erleiden. Man lernt seine Freunde kennen und lieben und auch seinen neuen Mitbewohner Jirka und seine schräge Familie. Das ist alles sehr unterhaltsam aber doch noch keine Liebesgeschichte. Sex gibt es nur wenig, ein Mal als Gary, Paulos Ex-Freund wieder bei ihm auftaucht und ein Mal im Rückblick auf einen One Night Stand. Also ein Erotikroman ist die Geschichte schon mal nicht. So nach und nach, fast unbemerkt, verliebt sich Paulo in Jirka, doch da man aus dessen Sicht nur das bisschen erfährt was auch Paulo aus ihm herausbekommt, kann man eigentlich bis kurz vor Schluss nicht wirklich sagen ob Jirka sich auch in Paulo verliebt. Dann taucht Jirkas Ex-Freund auf und will ihn zurück und Paulo und Jirka fahren zusammen in die Tschechei um sich mit ihm auseinander zu setzen.
Die Geschichte ist schön geschrieben, die Protas sehr liebenswert, sehr sympathisch und wenn die Story 100 Seiten mehr gehabt hätte hätte sie glatt volle Punktzahl von mir bekommen. Doch so hat sie leider zu viele Lücken. Das Happy End für Jirka und Paulo kommt völlig abrupt, bis dahin haben sie nicht ein Mal auch nur angedeutet dass sie sich ineinander verliebt haben könnten. Was aus Paulos Schriftstellerkarriere wird erfährt man nicht, nur dass er wieder schreibt. Hier hätte mir ein Happy End sehr gut gefallen doch diese Schreiberei schien nur der Aufhänger für Paulos Geldprobleme am Anfang zu sein. So blieb die Story trotz aller Stärken inhaltlich leider sehr oberflächlich.

Fazit: Toll geschrieben, sympathische Protagonisten, ein bisschen Drama und viel Freundschaft, eine nur angerissene Liebesgeschichte und einige Lücken in der Rahmenhandlung. Daher kann ich leider auch nur

3 von 5 :lesen

vergeben.

:stern
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