Der Kaktus von Sarah Haywood

Liebesromane unserer Zeit ala Sparks, Ahern, Patterson und Co

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Der Kaktus von Sarah Haywood

Beitragvon Skiddo » 25.03.2018, 18:50

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Der Kaktus - Wie Miss Green zu küssen lernte von Sarah Haywood
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"Susan Green mag keine Überraschungen. Oder Emotionen. Oder Menschen. Was Susan Green hingegen mag, ist ihr Job als Versicherungsmathematikerin. Ihre Kakteensammlung. Und, die Kontrolle über ihr Leben zu haben. Susan Green kommt wunderbar alleine klar. Doch als gleich mehrere Schicksalsschläge Susans Routine durcheinanderwirbeln, muss sie mit Mitte vierzig lernen, dass nichts im Leben planbar ist. Und dass es nie zu spät ist, sein Herz zu öffnen.

»Originell, bezaubernd und absolut glaubwürdig« Graeme Simsion"

Quelle: Buchrücken


Mein Fazit:
Susan Green scheint emotional nicht so entwickelt zu sein, wie andere Menschen es sind. Doch im Gegensatz zu Graeme Simsions Held Don Tillman aus dem Rosie-Projekt, ist Susan nicht autistisch. Das merkt man allerdings erst im Laufe des Romans.
Warum Susan ist, wie sie ist, ist sehr tragisch. Es erklärt sich aber. Ähnlich wie in "Gefällt mir heißt Ich liebe dich" von L.H. Cosway und Penny Reid, kann man sehr gut nachvollziehen, warum Susan sich so einigelt. Auch in Der Kaktus gibt es Liebe, aber erotische Szenen sucht man hier vergebens. Die Liebe schleicht sich ein und ist wichtig für die Story, aber anderen Dingen wird auch viel Raum gelassen.

Ihre Mutter ist gestorben und hat ein fragliches Testament hinterlassen, welches ihren nichtsnutzigen Bruder alleine vom Erbe profitieren lässt. Denn das Haus der verwitweten Mutter gehört zwar laut Erbe beiden Kindern, Susans jüngerer Bruder Edward hat aber lebenslanges Nutzungsrecht und es darf erst verkauft werden, wenn er auszieht oder eben verstirbt.
Das kann und will Susan nicht akzeptieren. Zu tief sitzt der Hass der Geschwister aufeinander, zu unfair erscheint Susan das Testament.

Die 45jährige Susan traut ihrem Bruder durchaus zu, dass er die Mutter beeinflusst hat, dieses ungerechte Testament zu verfassen.

Durch die Erinnerung der Protagonistin lernt man die vergangenen Familienverhältnisse und die einzelnen Parteien kennen. Kontakt haben Susan und ihr 42j. Bruder eigentlich nicht mehr. Der damals schon aufmerksamkeitsheischender kleiner Faulpelz, der diebisches Vergnügen an Gemeinheiten seiner Schwester gegenüber hatte, scheint sich kein Stück verändert zu haben. Mit allen juristischen Mitteln, versucht sie ihn aus dem Haus zu bekommen. Doch das ist ein langer Weg, der die Familiengeschichte immer wieder etwas beleuchtet, und viele wirklich liebenswerte Nebencharaktere schleichen sich in Susans sonst doch eigentlich sehr einsames Leben.

Es gab sehr einfallsreiche Wendungen, die ich persönlich definitiv nicht alle vorhergesehen habe. Teils war ich zu Tränen gerührt, teils erstaunt, wie Susan sich ihr Leben eingerichtet hatte und warum. Über Susans selbstverliebte Tante Sylvie habe ich die Augen verdreht, ihre Nachbarin Kate habe ich ins Herz geschlossen, wie beharrlich sie Susan den Kontakt förmlich aufdrückte, ihre ehemalige Studienkollegin, die markige Brigid, war trotz der griffigen Art eine sehr herzliche Freundin, was mal eine etwas andere Nebenperson ist.

Ich möchte nicht zuviel von der ungewöhnlichen Geschichte verraten, aber kann sie wärmstens empfehlen. Dieses Buch und die Charaktere darin werden mir noch eine ganze Weile durch den Kopf gehen und es hat mich ausnehmend gut unterhalten. Dank meiner langen Leseunlust hat mich schon lange keine Geschichte so in ihren Bann gezogen, wie die um Susan es getan hat. Vorgestern habe ich angefangen zu lesen, gestern waren wir auf einer Hochzeit und so bin ich heute morgen gleich nach dem Aufstehen mit dem Buch auf die Couch und habe sie gespannt zu Ende gelesen. Es war mir ein Vergnügen :augen


5 von 5 Punkten

:stern
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Re: Der Kaktus von Sarah Haywood

Beitragvon sabinett » 26.03.2018, 13:03

:augen klingt interessant
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*Philippe Dijan*
:buch
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