Jordan S. Brock - In seinen Armen zu Hause

Liebesromane unserer Zeit ala Sparks, Ahern, Patterson und Co

Moderatoren: mallory, Mondfrau, gini

Jordan S. Brock - In seinen Armen zu Hause

Beitragvon mallory » 14.09.2019, 13:01

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In seinen Armen zu Hause

Inhalt: Um seiner politisch engagierten Familie zu entkommen, geht Michael Baldwin zur Air Force, doch eine feindliche Kugel lässt seinen Traum von Freiheit recht schnell platzen und er kehrt als gebrochener Mann zurück. Von einer posttraumatischen Belastungsstörung geplagt, zieht er sich mit seiner Therapiehündin Kaylee in die Sommerresidenz seiner Familie zurück. Als er Josh Goldberg, den Besitzer des örtlichen Bagelladens, kennenlernt, schöpft er endlich wieder neue Hoffnung auf ein normales Leben. Auch dank Joshs Kochkünsten entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen, die sich immer mehr vertieft.
Doch um eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft zu haben, müssen die beiden Männer nicht nur das Vertrauen zu sich selbst wiederfinden, sondern sich auch gegen Michaels Vater wehren, der seinen Sohn unbedingt in seinen Wahlkampf einspannen will. Aber Michael lässt sich seinen Traum nicht noch ein zweites Mal zerstören… Quelle: Verlag

Meine Meinung: Sehr ruhige, intensive Liebesgeschichte! Ich kannte die Autorin bisher nicht doch Jordan S. Brock hat es geschafft mich an das Buch zu fesseln, obwohl sich die Liebesgeschichte sehr viel Zeit lässt, es nur wenig Drama und kaum Erotik gibt. Genau das macht aber die Story auch so glaubwürdig und intensiv. Michael hat nicht "nur" eine PTBS wie man sie aus anderen Romanen/Filmen kennt (Flashbacks bei lauten Geräuschen oder in bestimmten Situationen), er kam mit einer Kugel im Kopf aus dem Krieg, deren Entfernung zu wirklichen Problemen geführt hat. Probleme, die er nicht einfach verliert weil er die Liebe findet, wie es in anderen Geschichten oft der Fall ist. Unter Stress hat er massive Wortfindungsstörungen und Blackouts. Und für Stress sorgt seine karrieregeile Familie, vor allem sein politisch ambitionierter Vater, enorm.
In dieser lieblosen, belastenden Familiensituation lernt der schüchterne, verunsicherte Michael Josh kennen. Josh hat zwar nur wenig körperliches Selbstbewusstsein, aber davon abgesehen ist er herrlich normal, liebenswert, verständnisvoll - und er hat eine etwas verrückte, aber doch tolle jüdische Familie hinter sich. Obwohl man, abgesehen vom Vater, niemanden dieser Familie näher kennenlernt sorgt sie doch für einige Lacher. Und zwar auf eine unterhaltsame, dabei jedoch nicht übertriebene Weise. Die Autorin lässt einige jüdische Eigenarten in die Story einfließen ohne dabei zu übertreiben und ohne jedes Klischee mitzunehmen. Ebenso hält sie es mit den Bewohnern der Kleinstadt.
Wie Josh und Michael langsam und behutsam zusammenfinden, wie Michael dabei wieder Lebensmut und Lebensfreude erhält, das hat die Autorin wunderschön beschrieben. Und mit dem widerwärtigen Gouverneur, der in seinem Sohn Michael nur einen Aktivposten in seinem eigenen Wahlkampf sieht, hat sie einen Gegenspieler geschaffen, der noch etwas Drama in die sonst sehr ruhig fließende Geschichte bringt. Alles zusammen hat "In seinen Armen zu Hause" zu einem wirklichen Lesevergnügen gemacht.

Meine Wertung:

5 von 5 :lesen

:stern
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
Else Pannek (1932-2010)
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