TA Moore - Wanted: Bad Boyfriend

Liebesromane unserer Zeit ala Sparks, Ahern, Patterson und Co

Moderatoren: mallory, Mondfrau, gini

TA Moore - Wanted: Bad Boyfriend

Beitragvon mallory » 18.09.2019, 19:56

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Wanted: Bad Boyfriend

Inhalt: Seine Mutter. Sein bester Freund. Die Bardame im ortsansässigen Pub. Sie alle sind entschlossen, einen Freund für Nathan Moffatt zu finden. Dabei ist es das Letzte, was Nathan sich wünscht. Nachdem er jeden Tag dafür sorgt, dass seine Kunden nichts als romantische Magie erleben, möchte der Hochzeitsplaner des Granshire Hotel nur nach Hause gehen, sich stundenlang Krimiserien ansehen und in Unterwäsche Pizza essen.
Da ihm jedoch leider niemand glaubt, muss er sich Vorträge über einen einsamen Tod anhören. Bis er eine Idee hat: Er muss die Menschen in seinem Leben dazu bringen, ihn ebenfalls lieber als Single sehen zu wollen. Er braucht einen schlechten Freund.
Und für diese Rolle ist ein Mann perfekt.

Obwohl Flynn Delaney daran gewöhnt ist, dass die Bewohner der Insel Ceremony von ihm das Schlechteste denken, ist er nicht sicher, ob er die zweifelhafte Ehre annehmen möchte, der schlimmste Freund auf der gesamten Insel zu sein. Andererseits kann er, wenn er bei der Sache mitspielt, Zeit mit dem umwerfenden Nathan verbringen und gleichzeitig die Besitzer des Granshire Hotel ärgern – sehr lohnenswert.

Es gibt nur ein Problem: In Wirklichkeit ist Flynn ein ziemlich guter Freund, weshalb sich Nathan nun fragt, ob es tatsächlich das Schlimmste der Welt ist, sich hin und wieder von seinem Sofa zu trennen. Quelle: Verlag

Warnung: Enthält Sex zwischen Männern

Meine Meinung: Aufgrund der Inhaltsangabe hatte ich eine lockere Komödie im Stil amerikanischer Kleinstadtgeschichten erwartet, mit nervtötenden, aufdringlichen Nachbarn, Freunden, Familienmitgliedern, die alle glauben, nur sie wüssten was am besten für unseren Helden ist.
Nun, ich wurde überrascht! Mal davon abgesehen dass die Geschichte nicht in Amerika spielt haben auch die genannten Personen nur sehr geringe Auftritte. Die Inselbewohner werden am Anfang eines jeden Kapitels mit ihren Gerüchten und Lügen zitiert, ansonsten bleiben sie im Hintergrund und bekommen selten die Gelegenheit ihre Bosheit direkt an Flynn auszulassen. Nathans Mutter macht sich Sorgen um ihren Sohn, ist aber eine angenehm unaufgeregte Person, die nur einige kleinere Nebenauftritte hat. Die Geschichte konzentriert sich tatsächlich auf ganz andere Handlungsstränge. Da ist zum einen natürlich die Liebesgeschichte zwischen Flynn und Nathan, die zuerst nur aus Fake-Dates besteht doch ziemlich schnell entwickelt sich mehr zwischen den beiden, was sie sich jedoch nicht eingestehen wollen. Beide Männer haben ihre Fehler, sind aber trotzdem sehr sympathisch und man wünscht ihnen eigentlich nur dass sie in Ruhe zusammenfinden können.
Verhindern wollen das Nathans bester Freund Max, der Flynn mit unerklärlichem Hass verfolgt und alles tun würde um die beiden auseinander zu bringen. Selbst als sich das Rätsel der Geschichte auflöst habe ich nicht verstanden warum Max Flynn hasst, denn es handelt sich um etwas wofür Flynn einfach nichts kann. Ich hätte mir gewünscht dass Nathan Max öfter wirklich in seine Schranken verwiesen hätte. Auch Max' Vater ist so ein Unsympath, der versucht Flynn von der Insel zu jagen und sich despotisch aufführt wie der Alleinherrscher der Insel.
Humorvoll aufgelockert wird all das Drama durch die Vorbereitungen zu einer Hochzeit, bei der einiges schief geht.
Wie bei TA Moore üblich ist am Ende des Romans nicht alles wunderbar und nicht alle haben sich plötzlich lieb. Es gibt ein Liebespaar das sich gegen alle Anfeindungen und Intrigen durchgesetzt hat, doch Flynn gilt für die Inselbewohner immer noch als Badboy und auch sonst ist nicht alles eitel Sonnenschein. In dieser Hinsicht schreibt TA Moore wesentlich realistischer als anderen AutorInnen.
Ich wurde hervorragend unterhalten, konnte das Buch zwischendurch nur abbrechen als ich die Augen wirklich nicht mehr offen halten konnte (irgendwann in den frühen Morgenstunden) und kann daher nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen.

Meine Wertung:

5 von 5 :lesen

:stern
Etwas Muße braucht der Mensch, eine Blume und ein Buch.
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