Kate Saunders: Liebe im Spiel

Liebesromane unserer Zeit ala Sparks, Ahern, Patterson und Co

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Kate Saunders: Liebe im Spiel

Beitragvon Gipsy » 14.09.2006, 14:46

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Liebe im Spiel
Kate Saunders
Fischer (Tb.), Frankfurt 2006-09 Broschiert 464 Seiten

Inhalt:
Selena, Nancy, Lydia und Rufa sind Schwestern, und zwar außergewöhnliche: ihr Vater war ein Bohémien, ihr Blut reicht zurück bis zu Wilhelm dem Eroberer, sie sind herausragende Schönheiten - und komplett pleite. Da hilft nur eines: ein reicher Mann muss her und so fahren die beiden ältesten Schwestern, Rufa und Nancy, nach London auf der Suche nach einem passenden Heiratskandidaten, der das geliebte Herrenhaus der Familie vor der Versteigerung retten kann. Dass die Liebe natürlich eigene Wege geht, war hingegen nicht eingeplant ...

Meine Meinung:
Ein ziemlich ungewöhnliches Buch. Von der Thematik her erinnert es sehr an einen Regency, der um 200 Jahre in die Zukunft verlegt worden ist - und so liest sich das Buch auch, zumindest in der ersten Hälfte. Die zweite Hälfte beschäftigt sich dann mit den Problemen, die die Schwestern in der Ehe haben und damit hatte ich dann meine Schwierigkeiten: viele der Probleme fand ich konstruiert, das Verhalten der Schwestern, insbesondere Rufas, nicht nachvollziehbar. Am meisten gestört haben mich jedoch die Zeitsprünge. Auf einige Szenen war ich sehr gespannt und habe voller Ungeduld umgeblättert - nur um festzustellen, dass die Szene übersprungen wurde und wir wieder mal 2 Wochen weiter waren. Ich hätte mir einfach mehr Dialoge und ausführlichere Szenen gewünscht.

Übrigens, das Buch klingt nach Klappentext und auch nach meiner obigen Beschreibung sehr nach Freche-Frauen-Roman und so, als würden alle Schwestern eine wichtige Rolle spielen. Das trifft beides nicht zu. Das Buch ist weniger humorvoll als man nach Lesen des Klappentextes meinen müsste, es ist eher ruhig und stellenweise tiefgründig. Auch im Vordergrund steht der Umgang mit dem Tod des geliebten Vaters, der von allen nur "Der große Mann" genannt wird. Und auch, wenn wir alle Sichtweisen der Schwestern mitbekommen, ist Rufa doch eigentliche Hauptdarstellerin.

Ein sehr menschliches Buch - vielleicht gerade wegen des teilweise nicht nachvollziehbaren Handelns.

Am Anfang dachte ich, dass das Buch durchaus 10 Punkte bekommen könne. Dann war ich langsam auf soliden 8 und in der Mitte des zweiten Teils auf 7 Punkte herunten. Doch der Schluss hat mich wieder so sehr berührt und insgesamt hat mir die Atmosphäre in dem Buch so gut gefallen, dass ich dem Buch insgesamt 9 Punkte von 10 vergebe.

:stern
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Beitragvon Josy » 26.06.2007, 16:51

Ich habe das Buch zu Weihnachten geschenkt bekommen und auch, wenn ich anfangs dachte, dass es recht eigenartig ist wurde ich nicht enttäuscht. der Roman über dieses außergewöhnliche Familie hat mich irgendwie in seinen Bann gezogen und am Ende fand ich es dann gut. Es ist mal was ganz Anderes und hebt sich von den anderen Romanen ab, es ist nicht frech und witzig, sondern eigentlich sehr ernsthaft, aber es gibt doch Stellen an denen die Schwestern echt komisch sind :mrgreen: und es auch was zu Lachen gibt.

LG Josy
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Re: Kate Saunders: Liebe im Spiel

Beitragvon mallory » 05.01.2014, 20:51

mallory hat geschrieben:

Die ersten Seiten haben mich durchaus angesprochen, aber inzwischen bin ich nur noch genervt von der Heiligenverehrung, die die "Haupt"-Heldin Rufa um ihren Vater, "den großen Mann" betreibt. Der Mann war egoistisch, untreu, hat sich um nichts gekümmert, hat nicht zugelassen dass seine Töchter etwas lernen oder es zu etwas bringen im Leben, weil ihm so ein Streben nicht "adlig" genug war, aber die Frauen sehen in ihm immer nur den romantischen Helden. Das ist für mich fast nicht auszuhalten. Außerdem hat es die Autorin auch nach 90 Seiten nicht fertig gebracht, mir die chaotischen Schwestern und alle um sie herum auch nur halbwegs sympathisch werden zu lassen. Ich denke, ich werde jetzt noch den Schluss lesen um zu sehen, wen die Schwestern am Schluss tatsächlich heiraten und ob es ihnen gelingt sich aus dem alles vereinnahmenden Schatten ihres verstorbenen Vaters zu lösen und dann ist's gut.


Tatsächlich habe ich noch ca 40 Seiten bis zum Ende gelesen und der Schluss des Buches ist auch wirklich schön. Aber was ich in diesem 40 Seiten erfahren habe hat mich darin bestärkt die restlichen 350 Seiten dazwischen nicht zu lesen. Zu viel Drama, Ehebruch, schwanger vom Seitensprung... nein, das ist nicht das was ich lesen mag.
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